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8. Mai 2013

Intensive Trainings- und Vorbereitungsmonate liegen hinter mir – eine spannende Schwingsaison mit dem Höhepunkt am Eidgenössischen in Burgdorf liegt vor mir.

Trainingslager in Neuseeland mit Valerie Adams
Zusammen mit meinem Bruder Stefan und meinem Schwingerfreund Matthias Siegenthaler aus Trub, konnte ich im Winter während 4 Wochen bei besten Bedingungen in Neuseeland trainieren. Anlass dazu war, dass mein Trainer Jean-Pierre Egger zu „seiner“ Athletin, der Kugelstosserin Valerie Adams, nach Auckland reiste. Hier konnte ich von der Wärme profitieren und optimal zu trainieren. Mit im Gepäck war natürlich auch eine ganze Herde Plüsch-Emmas, welche wir in passenden Situationen als Präsent verschenkten.
Valerie ist in ihrer Heimat ein Star. Ich war von ihrer Popularität und wie sie damit umgeht tief beeindruckt. Sie hat ein grosses Herz und speziell für Kinder nimmt sie sich immer Zeit, schüttelt zig Hände, da ein Lächeln in die Kamera, dort ein kleines Interview…immer freundlich und guter Laune. Die Neuseeländer sind sowieso ein total offenes und hilfsbereites Volk, da gibt es fast keine Berührungsängste. Kein Wunder, dass Valerie oft von Heimweh geplagt ist, wenn sie während 6 bis 8 Monaten im Jahr in der Schweiz trainiert. Hier wird sie oft nur als „die übergrosse Frau“ angesehen und selten erkannt. Ein Vorteil ist aber sicher auch, dass sie hier viel mehr Ruhe hat und sich viel mehr auf den Sport konzentrieren kann. Inzwischen ist sie übrigens schon wieder in Biel. 1 bis 2-mal pro Woche darf ich mit ihr in Magglingen trainieren, was für mich eine grosse Bereicherung ist. Das Eidgenössische Schwingfest hat sie sich in der Agenda dick eingetragen, ich freue mich schon heute auf ihre Unterstützung vor Ort.

Saisonstart geglückt
Im April haben die ersten Formtests für die neue Saison stattgefunden. Die zwei Rangschwingfeste in Thörigen und in Huttwil, konnte ich für mich entscheiden. Zum ersten Prüfstein an einem Kranzfest kam es Ende April im Hockeystadion in Biel, beim Seeländischen Schwingfest. Dieses Fest war von der Einteilung der Gegner her gesehen, etwas speziell, denn ich habe den ganzen Tag keinen Eidgenössischen Schwinger zugeteilt bekommen. Trotzdem biss ich mir an meinen Gegnern zum Teil fast die Zähne aus…Das Schwingfest endete mit einem gestellten Schlussgang zwischen Simon Anderegg und Florian Gnägi. So konnte ich mit etwas Glück, zusammen mit Matthias Glarner, den Sieg „erben“, weil wir nach 6 Gängen am meisten Punkte auf unserem Konto hatten.  

Weitere Gauverbandsfeste stehen an
Jetzt geht es Schlag auf Schlag: am Muttertag findet das Emmentalische Schwingfest in Trub statt. Auf dieses Fest in der schönen Emmentaler Landschaft freue ich mich schon lange. Am Pfingstsamstag folgt dann mein Heimfest, das Oberaargauische in Aarwangen und zwei Wochen später das Mittelländische in Gümligen. Ich hoffe, dass ich meine Form halten und weiterhin vorne mitschwingen kann.

Bilder, Erfahrungsberichte, Links und Videos findest du laufend auf www.facebook.com/Sempach oder auf meiner Website unter www.sempachsempach.ch. Neu pflege ich auch einen Twitter-Account, auf dem ich sporadisch Bilder oder spontane Gedanken zwitschere und spannende Beiträge teile. Schau rein! www.twitter.com/matthiassempach

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2. April 2013 

Diese Saison konnte ich topfit und ohne sommerliche Trainingsausfälle in Angriff nehmen. Und doch weiss man nie, was man im Frühling für ein Fazit ziehen kann. Ich persönlich bin mit meiner Saison mehr oder weniger zufrieden. In allen Abfahrten bei denen ich am Start war konnte ich mich in den Top 15 klassieren, ausser in Cortina d’Ampezzo, wo ich mit guter Zwischenzeit leider ausschied. Also mein Fazit: 2 Fehler weniger und volle Gesundheit bis zum Schluss, dann wäre in der Abfahrtswertung viel drin gelegen. Aber eben, wenn und wäre gibt es nicht. Sonst „wären“ wir wohl alle Weltmeister und Olympiasieger. Die Saison 2012/2013 ist für mich schon länger abgeschlossen. Nach dem eigentlich harmlosen Innenskifehler im Super-G von Garmisch-Partenkirchen, konnte ich auf Grund des eingedrückten Schienbeinkopfes keine Rennen mehr bestreiten. Stattdessen konnte ich für einmal die Rennen des Weltcupfinals der technischen Disziplinen auf der Lenzerheide von der Tribüne aus verfolgen. So wie es aussieht, waren also die letzten Wochen meine Ferien. Denn sobald ich wieder richtig fit bin möchte ich mit dem Training starten. Es wird schon fleissig für’s nächste Jahr geplant. So werden in den nächsten Wochen noch Skitests und Sponsorentage vorgenommen, bevor dann die meisten von uns in die Ferien fahren. Und spätestens im Mai wird sowieso schon wieder Kondition gebüffelt.

 

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12. März 2013

Ein Jahr nach meiner Verletzung schaue ich optimistisch in die Zukunft. Dies gelang mir nicht immer, denn die Phase ohne Skifahren kam mir Elend lange vor. Umso schöner war es wieder auf den Skis zu stehen und die Gewissheit zu haben, mein Knie ist wieder voll funktionsfähig. Während ich mein Skitraining in Innichen/ Südtirol bestritt, war die WM bereits im vollem Gang. Aus der Ferne drückte ich für meine Teamkolleginnen und Kollegen die Daumen und informierte mich jeden Tag zwischen meinen Trainingsläufen über den aktuellen Zwischenstand der Rennen. Natürlich wäre ich gerne mit von der Partie gewesen, jedoch wusste ich schon seit geraumer Zeit, dass die WM für mich noch kein Thema sein kann. Aus taktischen Gründen beschlossen meine Trainer und ich, diese Saison maximal vier Rennen zu bestreiten, damit der Verletztenstatus aufrechterhalten bleibt. Zum einen werde ich an der Miltitärweltmeisterschaften in La Clusaz in Frankreich und an den letzten FIS Rennen in Scuol und Samnaun am Start stehen. Damit ich die Wettkampfsituation simulieren kann, fuhr ich einige Rennen  als Vorläuferin. Zum einen den Europacupslalom in Innichen und zum anderen die Fis-Rennen in der Schweiz in Jaun und Thyon. Beim ersten Einsatz war mir noch ein bisschen mulmig zumute, denn meine Erwartungen an mich waren hoch. Als ich am Start stand, war es ein unglaublich schönes und befreiendes Gefühl endlich zurück zu sein und die erste Linie durch den Stangenwald ziehen zu können. Anschliessend war ich froh, diesen Schritt gewagt zu haben. Da ich mich schon in Thyon im Wallis befand, beschloss ich, meine Schwester, die momentan in Zermatt arbeitet, zu besuchen. Da ich Zermatt nur aus den Sommer- und Herbsttrainings kenne, war es für mich ein besonderes Vergnügen Zermatt einmal im Winter zu erleben. So genoss ich das schöne Wetter und die guten Schneeverhältnisse und zog Schwünge in den Schnee auf Pisten, die ich sonst im Sommer nur im grünen Zustand kenne. Kommende Woche werde ich mit Wendy Holdener das Abschlusstraining für das Weltcupfinale auf der Lenzerheide absolvieren.

Am Sonntag werde ich auf der Tribüne mit meinem Individualsponsor Emmentaler meine Mannschaftskolleginnen und –kollegen einmal als Fan unterstützen.

 

8. März 2013

 

Ein Schlag auf den Ski, welcher mein Knie leicht verdreht und schon sind alle Hoffnungen und Träume dahin. Im Abschlusstraining zur WM-Abfahrt in Schladming ist es geschehen. Ich stürzte mich hoch motiviert die Planai runter. Ich musste mich ja für einen allfälligen Start an der WM-Abfahrt gegen Silvan Zurbriggen und Marc Gisin durchsetzen. Wie schon am Vortag war ich wiederum gut unterwegs doch dann passiert es. Etwa 20 Fahrsekunden vor dem Ziel knickt mein rechtes Knie aufgrund eines Schlages nach innen weg. Es fühlte sich an als ob mir jemand ein Messer ins Knie rammte. Sofort realisierte ich, dass ich mich wieder ernsthaft am Knie verletzt habe. Es war ein bitterer Moment für mich. Die letzten Jahre habe ich alles dem Ziel, an die Weltspitze zu kommen untergeordnet. Und als es dann endlich soweit war und ich in bestechender Form am Start einer WM-Abfahrt hätte stehen können, ist alles so schnell vorbei. Diese Gedanken schmerzten mehr, als es mein Knie tat. Ich machte mir danach auch über einen allfälligen Rücktritt Gedanken. Aber ich musste nicht allzu lange nachdenken und die Antwort war da. Jetzt erst recht!! Ich habe es zweimal zurück geschafft und kann es auch ein drittes Mal schaffen.   

Zwei Tage nach dieser Verletzung wurde ich in Appenzell bei Dr. Markus Koster operiert. Ein Teil des Meniskus musste entfernt werden und der Knorpelschaden wurde auch behandelt. So bin ich nun 6 Wochen an Krücken gebunden und darf mein rechtes Knie nicht belasten. Seit der Operation gehe ich täglich in die Therapie. Dazu gehören Velo-Ergometer, der Muskelstimulator, die Wassertherapie sowie etliche Übungen mit meiner Physiotherapeutin. Ich setzte alles daran, dass ich schnell wieder auf die Beine komme. 

 

 

20. Februar 2013

Hoi zäme

Am Montag, 11. Februar reiste ich nach Schladming. Nach einer langen Autofahrt quartierte ich mich in unserem Hotel ein und erkundigte mich über die Lage des Skiraums, Kondiraum usw.

Ich war froh, dass wir bereits früh nach Schladming gereist sind, so hatten wir genügend Zeit, uns bei angenehmer WM Stimmung mit 4 Trainingstagen auf das Rennen vom Sonntag vorzubereiten. Meist trainierten wir auf der Reiteralm, dort waren die Pistenverhältnisse in einem super Zustand. Ich spürte in den Trainings, dass ich mich auf den Skis wieder gut bewegte und es auch Schritt für Schritt vorwärts ging.

Am Freitagabend genossen wir mit dem ganzen Slalom-Team im House of Switzerland ein feines Nachtessen. Die Dekoration vom Schweizer-Haus war einfach einzigartig und man fühlte sich wie zu Hause!

Am Samstag, einen Tag vor dem Slalomstart, legten wir eine "Skipause" ein, denn Schnelligkeit und Rumpf standen auf dem Programm.

Sonntag, Renntag.

Vor der Laufbesichtigung fuhr ich noch einige Male im Einfahrlauf. Ich hatte ein gutes Gefühl, ich war flink auf den Beinen, bewegte mich gut und hatte wieder richtig Spass.

Genau das wollte ich jetzt endlich im Rennen umsetzen!

So ging ich an den Start. Bereitete mich vor, wie immer. Visualisierte den Lauf, wie immer. Klickte mich in meine Stöcke, wie immer und startete... wie noch nie!

Zum ersten Mal verlor ich am Start meinen rechten Stock. Mit einigen Schwierigkeiten kam ich dann als 38. im Ziel an. Da an einer WM die besten 60 den zweiten Lauf bestreiten dürfen, konnte ich im Entscheidungsdurchgang auch noch starten. Am Schluss wurde ich 28ter, was mich im Weltcup aber nicht weiter nach vorne bringt.

Ganz herzlich möchte ich mich bei meinem Fan-Club bedanken für die super Unterstützung vor Ort, auch wenn es einmal nicht so rund läuft! Ihr sind coooool! :-)

Am Freitag, 22. Februar werde ich nach Quebec an die Junioren WM fliegen. Dort starte ich beim Riesenslalom und Slalom am 25. und 26. Februar. Ich freue mich sehr auf die Junioren WM!

Liebe Grüsse Schmidi

 

 

28. Januar 2013

Es ist zwar schon wieder einen Monat her, aber bei mir immer noch in bester Erinnerung: Der 3. Platz von Val d’Isere. Gerne wäre ich an diesem Tag von ganz oben gestartet und somit auch das Gleiterstück gefahren. Aber umso schöner war es dann für mich, trotzdem auf dem Podest zu stehen und sogar mal die Schweizer Hymne mitsingen zu können. Auch wenn jene nicht für mich sondern für Lara gespielt wurde.

Danach folgte eine längere Weltcuppause. Was aber nicht heisst, dass wir nichts getan hätten. Zuerst gings weiter nach Crans Montana, wo wir zwei Europacup Super-Gs bestritten. Ich war leider nicht besonders erfolgreich. Dann durften wir Weihnachten mit unseren Liebsten verbringen. Bei uns gabs Fondue Chinoise, dies können wir bis zu 3 Stunden geniessen. Danach folgten die Geschenke. Da alle in unserer Familie so gerne schenken, ist manchmal der Christbaum fast nicht mehr zu sehen, weil sich die Pakete davor häufen.

Am 26. war es dann nach allen Familientreffen und den Weihnachtsguetzli auch wieder Zeit, um aufzubrechen nach Hinterreit. Dort trainierten wir 3 Tage Riesenslalom und auch Slalom. Über Neujahr waren wir dann wieder Zuhause und kehrten am 2. Januar an den Ort zurück, wo ich mein aller erstes Weltcuprennen vor 8 Jahren bestritt. Santa Caterina. Dort trainierten wir bei guten Bedingungen Abfahrt, Super-G und Riesenslalom.

Schon bald darauf gings dann weiter nach St. Anton. Das erste Training dort war wirklich nichts Schönes. Es war vom zweiten Tor an sehr unruhig. In die Hocke konnte man somit eigentlich nie gehen, dazu war es hart und eisig, was zusätzlich Kräfte brauchte und die Bodensicht war gleich null. Im Ziel waren dann die meisten Fahrerinnen ziemlich ratlos. Als dann das zweite Training wegen des Schneefalls abgesagt wurde, waren dann einige noch ziemlich verunsichert. Ich freute mich jedoch, dass sie mit den Maschinen die Piste aufrissen und somit am Tag danach wieder völlig andere Verhältnisse herrschten. Auch der Start wurde nach unten versetzt. Endlich ging es wieder los. Meine Fahrt war zwar nicht gerade super, da ich ein paar mal von der Ideallinie abkam. Mit dem 12. Rang konnte ich jedoch gut Leben.

Etwas hat mich in den letzten Wochen besonders gefreut: Ich konnte meine “Emmentaler-Partnerin” Denise Feierabend wieder einmal beim trainieren sehen! Schön, ist sie nach der langen Verletzungspause wieder zurück auf den Ski.

 

18. Januar 2013

Auch der Start ins neue Jahr verlief nicht ganz nach Wunsch, zumindest was die Rennen angeht. Also beschlossen meine Trainer und ich, dass ich mich zehn Tage auf's Training konzentriere.
Gesagt, getan...
Wir, das heisst Ski- und Konditrainer Erich Schmidiger, mein Vater Paul Schmidiger, der uns ein bisschen unter die Arme griff, und ich suchten eine Piste aus, die für das Aufbautraining ideal ist. Sörenberg ist eher ein einfacheres Gelände, wo man schnell viele Umdrehungen fahren kann. Wir setzten an beiden Trainingstagen 4 Stationen mit jeweils 20 Sekunden Laufzeit und variierten zwischen Minicip (kleine Stangen) und normalen Slalomstangen.
Der Vorteil an einem Stationen-Training ist, dass man kurze und eher einfachere Läufe fährt, jedoch sich bei jeder Station gezielt auf etwas konzentriert und versucht, das umzusetzen.
In diesen 7 Stunden Trainingszeit fuhr ich 26 Umdrehungen, 104 Läufe und mehr als 1800 Tore.
Mit FIS und Europacuprennen versuche ich, das Vertrauen auch in die Rennen zu nehmen und bin sehr zuversichtlich, dass ich wieder zu meiner alten Form finde.

Liebe Grüsse und bis bald
Schmidi

Das Video ist ein Zusammenschnitt der letzten beiden Fahrten, bei denen es darum ging, 2 Läufe genau so anzugehen wie in einem Rennen.

8. Januar 2013

Auf die Silvester-Abfahrt in Bormio hatte ich mich gefreut. Aber dann dauerte mein Auftritt weniger als zehn Sekunden!

Passiert ist es im ersten Training. Nach dem sehr steilen Starthang hatte ich in der folgenden Kurve ziemlich viel Zug drauf und wollte mich deshalb gut auf den Hermelin-Sprung vorbereiten. Also holte ich weit genug aus, um in der perfekten Richtung über den Sprung zu segeln. Aber in der Kurve zur Anfahrt des Sprunges hat es mir kurz die Ski verschlagen. Ohne Kontrolle und Vorbereitung flog ich nun in die Luft. Hoch. Sehr hoch. Fast so wie einst Hermann Maier 1998 an Olympia in Nagano.

Die Landung auf dem Rücken war hart, und wahrscheinlich habe ich auch mit dem Kopf auf der Piste aufgeschlagen. Auf jeden Fall war ich kurze Zeit etwas benommen, aber immer bei Bewusstsein, und ich habe immer realisiert, was passiert - und was passiert war…

Auf jeden Fall hatte ich riesiges Glück, mich nicht wirklich verletzt zu haben. Eigentlich wäre ich schon beim zweiten Training gerne wieder gefahren, aber Teamarzt Christian Schlegel wollte aufgrund der leichten Gehirnerschütterung kein Risiko eingehen und riet mir vom Start ab.

Mittlerweile bin ich wieder voll einsatzfähig und freue mich sehr auf die Abfahrt am Lauberhorn.

 

21. Dezember 2012

Mit dem ersten Schnee kamen für mich zum Glück auch die ersten Skitage. Das erste Mal wieder auf den Skis war ein unglaublich gutes Gefühl. Es war einfach nur schön, die Bestätigung zu bekommen, in den letzten Monaten im Aufbautraining vieles richtig gemacht zu haben.

Ich genoss jeden Schwung in vollen Zügen. Ich denke, mein Umfeld hat sicher bemerkt, wie wohl ich mich dabei fühlte. Bis jetzt kamen doch schon einige weitere Skitage zusammen, die ich vor allem in Engelberg, aber auch in St.Moritz und Davos absolvierte.
Meine Teamkolleginnen befinden sich zur Zeit in der Rennphase und zeigen tolle Leistungen. Am liebsten wäre ich mit von der Partie, aber dafür brauche ich noch Geduld. Da ich mich noch in der Aufbauphase befinde, ist es schwierig, die Trainings mit meiner Mannschaft zu koordinieren. Darum trainiere ich momentan mit dem ehemaligen Europacuptrainer Arséne Page. Er war früher selber Rennfahrer, und er ist der Verantwortlich bei Swiss Snow Sports für die Ausbildung der Skilehrer.
Auch ich durfte schon früher von seinen Skilehrerfähigkeiten profitieren. Im Frühling 2011 absolvierte ich die Stufe 1 zum Skilehrer. Dort lernte ich ihn zum ersten Mal kennen und war darum sofort einverstanden, als mir Hans Flatscher ihn als Trainer vorschlug, um mich wieder schrittweise in meine Trainingsgruppe zu integrieren.
Zwischen Weihnachten und Neujahr werde ich das erste Mal wieder mit meinen Teamkolleginnen unterwegs sein. Obwohl ich immer noch frei Ski fahren werde, freue ich mich, langsam wieder in einen normalen Trainingsalltag zu kommen. Zur Zeit befinde ich mich häufig alleine im Kraftraum, während die Anderen an Rennen oder beim Schneetraining unterwegs sind. Aber natürlich muss mein Ziel sein, meine physischen Fähigkeiten weiter auszubauen, darum werde ich den Kraftraum noch viel von innen sehen, geniesse aber die Tage auf dem Schnee umso mehr.

Da die Weltmeisterschaften bereits im Februar stattfinden, ist es ein Ding der Unmöglichkeit, mich dafür zu qualifizieren. Ich werde wahrscheinlich erst im Januar mit dem Stangentraining beginnen. Somit ist der Start für die ersten Rennen noch in weiter Ferne. Ich werde mir genügend Zeit lassen, meinen Körper schrittweise an höhere Intensitäten zu gewöhnen. Darum werde ich meine Kolleginnen weiterhin vor dem Fernseher anfeuern und mir ihre Technik einprägen. Die Umsetzung hoffe ich in vielen Trainings zu schaffen, damit ich im nächsten Winter zeigen kann, was ich drauf habe.
Ich wünsche allen ein schönes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr. Geniesst die gemeinsame Zeit mit der Familie.
Liebe Grüsse Denise

 

11. Dezember 2012

Nach meinem Rückflug am 26. November von Levi via Helsinki, trainierte ich eine Woche Kondition in der Innerschweiz. Zusammen mit Markus Vogel machte ich Rumpf-, Kraft- und Schnelligkeitsübungen. Zwischendurch schlenderte ich noch durch den schönen Weihnachtsmarkt in Hergiswil und kam ein wenig in Weihnachtsstimmung.

Am Dienstag, 4. Dezember reisten wir nach Veysonnaz, um dort 3 Tage Slalom zu trainieren. Auf Grund des starken Schneefalls waren die Pisten sehr weich. Am Freitagnachmittag ging’s dann ab nach Val d’Isère. Nach einer siebenstündigen Autofahrt sind wir in Frankreich angekommen. Da es auch in Val d’Isère sehr stark schneite, wurde das Rennen auf 14 Uhr verschoben. Mit der Nummer 30 bekam ich nochmals eine Chance weiter vorne zu starten. Im 1. Lauf konnte ich die gute Nummer nutzen und fuhr gleichzeitig mit Markus Vogel auf den 22. Zwischenrang mit 1.98 Sekunden Rückstand auf den führenden Marcel Hirscher. Im 2. Lauf wollte ich nochmals einen guten Lauf zeigen, damit ich mein Ziel, eine Top 20 Klassierung, erreichen konnte. Leider machte ich am Ende der Strecke eine Pirouette. Mit 4.34 Sekunden Rückstand auf den gewinnenden Alexis Pinturault musste ich auf dem 28. Schlussrang Platz nehmen. Immerhin gibt es für mich die ersten drei Weltcuppunkte dieser Saison. Ich denke, dass ich auf dem gut aufbauen kann.

Nach einer sechsstündigen Autofahrt bin ich nun wieder in der Zentralschweiz angekommen. Morgen gibt’s eine kurze Konditionseinheit bevor wir am Dienstag wieder ins Südtirol reisen werden.

Bis Ende Jahr werde ich voraussichtlich noch 5 Rennen bestreiten. Mein nächster Renneinsatz ist am 12.12.12 in Obereggen (Südtirol) mit einem Europacupslalom. Am 13.12.12 bestreite ich bereits wieder einen Europacupnachtslalom in Pozza di Fassa. Im Weltcup geht es dann am 18. Dezember im italienischen Madonna di Campiglio wieder ins Starthäuschen!

Ich wünsche euch allen ganz schöne Adventstage!

Winterliche Grüsse

Schmidi

 

 



Dies hat das Schweizer Küchenpersonal in Lake Louise für uns gemacht.
5. Dezember 2012

Jedes Jahr Ende November starten auch wir Speedfahrerinnen in die neue Saison. Und jedes Jahr ist dieselbe innere Spannung zu spüren. Trotz vielen internen Vergleichen, weiss man nicht genau wo man steht und hält die Nervosität fast nicht mehr aus, bis es dann endlich losgeht.

Doch zuvor waren wir für zwei Wochen in Vail und Copper am Trainieren. Die Einheiten waren sehr intensiv, denn der Start war zum Teil auf fast 4000 m.ü.M. Sogar die Unterkünfte sind auf fast 3000 m.ü.M. Die Bedingungen waren super und ich konnte nochmals Fortschritte machen und fand die Sicherheit auf den Speedskis.

Anschliessend waren wir nochmals für zwei Tage in Calgary und verbrachten die Zeit unter anderem mit shoppen. Dazu sage ich nur so viel: Die Taschen waren auf der Heimreise einiges schwerer als bei der Anreise. ;-)

Gut erholt reisten wir dann nach Lake Louise weiter und starteten einen Tag später mit dem 1. Abfahrtstraining. Von den Platzierungen her waren die Trainings ok für mich, aber zeitlich verlor ich noch ziemlich viel Zeit. Fürs erste Rennen gab es dann auch nur ein Rezept: Den Gashebel zu betätigen. Dies gelang mir ziemlich gut, verpasste ich doch den 2. Rang nur gerade um 15 Hundertstel und wurde 6. Im zweiten Rennen galt es noch die kleinen Fehler zu verbessern. Zu meiner Überraschung schaffte ich dies und hatte bis zur Ausfahrt ins letzte Flachstück einen Vorsprung von fast 7 Zehnteln. Leider unterlief mir bei der Höchstgeschwindigkeit von über 130 km/h ein Fehler. Der tat besonders weh. So kroch ich mehr oder weniger nur noch dem Ziel entgegen und landete statt auf dem Podest auf dem 14. Rang. Die Enttäuschung war gross und das einzige, was mich nach einem solchen Rennen aufmuntert, ist gute Musik und ein Spaziergang.

Denn am nächsten Tag ging es schon wieder weiter mit einem Super-G. Doch da läuft es einfach noch nicht so richtig. Ich hatte schon beim fünften Tor einen Innenski und fuhr das Rennen nur trainingshalber zu Ende.

Nach einem Tag Zuhause geht’s heute schon wieder weiter nach St. Moritz, wo ich den Super-G bestreiten werde. Der Heimauftritt in diesem Jahr ist kurz. Dies ist schade, aber dafür freue ich mich umso mehr darauf.

Bis bald und liebe Grüsse

Nadja

 

 

20. November 2012

Am frühen Morgen des 7. Novembers fuhr ich mit grosser Vorfreude nach Zürich-Kloten. Da sich mein im April operiertes Knie bei den ersten Trainings in Saas-Fee und Zermatt gut anfühlte, entschieden meine Trainer und ich, dass ich mit der Nationalmannschaft nach Kanada reise. Endlich wieder mit dem Team unterwegs zu sein, ist ein tolles Gefühl!

In meinem Trainingstagebuch schlagen sich bisher nur wenige Schneetage zu Buche. Umso wichtiger waren diese Trainingstage hier für mich! Nebst mir kämpften sich auch Patrick Küng und Marc Gisin zurück, nachdem die Hexe «Kreuzbandriss» im vergangenen Frühjahr zuschlug. Der Austausch mit meinen «Leidensgenossen» ist wirklich viel Wert!

Inzwischen trainierten wir mehr als eine Woche im westlich von Calgary gelegenen Nakiska. Trainiert wurde auf den Olympiastrecken von 1988. Während den ersten Trainingstagen zeigte das Thermometer am Start unserer Trainingsstrecke bis zu -22C° an. Später sind die Temperaturen jedoch um einiges erträglicher geworden, was mir bei der Findung der optimalen Materialabstimmung entgegenkam.

Waren wir gerade mal nicht mit dem Training beschäftigt, stand zwischendurch auch mal ein Ausflug an. Der letzte trainingsfreie Tag führte uns auf eine Erkundungstour der fast unberührten Weite dieses Landes. Es boten sich uns unglaublich schöne Bilder! Am meisten lassen die majestätischen Wildtiere mein Herz hochschlagen. Es ist ein Traum, in dieser Landschaft Ski zu fahren und seinem Job nachgehen zu dürfen!

Nächste Station: Lake Louise. Läuft alles nach Plan, werde ich dort die offiziellen Trainings der ersten Weltcup-Abfahrt der Saison bestreiten. Dann wird sich definitiv zeigen, ob ich nach nur rund sieben Monaten seit meiner Kreuzbandoperation schon wieder bereit bin für die neue Saison!

 

 

13. November 2012

Ich kann immer mehr Gewichte stemmen, die Anzahl Sprünge steigern und mich im Koordinationstraining an immer mehr zu überwindende Übungen wagen. So macht es wirklich Spass zu trainieren, weil ich weiss, dass mein erster Skitag bald kommen wird.

Sogar die Grenze von 1000 Kilometern auf dem Rennvelo konnte ich knacken. Aber solange in den Herbst hinein war ich bis jetzt noch nie auf dem Rennvelo. Während meine Teamkolleginnen Rennen fuhren, sass ich auf dem Rennvelo. Eines hatten wir sicher gemeinsam: Auf den Velotouren spürte ich meine Füsse kaum mehr, denn die waren so kalt wie im Winter beim Ski fahren.

Die Strapazen nehme ich gerne auf mich, ich habe meine Ziele klar im Kopf und stehe nun kurz vor meinem ersten Skitag Anfang Dezember. Zuvor werde ich noch ein paar Hürden nehmen müssen. Ich werde nach Magglingen fahren und dort meine physischen Voraussetzungen testen. Anschliessend treffe ich meinen Operationsarzt zu einer abschliessenden Untersuchung. Dann hoffe ich, grünes Licht zu bekommen, damit ich endlich die ersten Schwünge ziehen kann. Die Skischuhe sind schon seit längerem angepasst und ich habe sie zu Hause auch eingetragen, das war für mich schon ein kleiner Erfolg und einen Schritt näher an meinem Ziel. Die Ski stehen in den Startlöchern, wenn es nach mir ginge, könnte es los gehen.

Natürlich klingt das ungeduldig, aber ich denke, in den letzten neun Monaten habe ich ziemlich viel Geduld bewiesen. Vor allem ist es mir nicht ganz leicht gefallen, dieses Wochenende die Rennen in Levi zu Hause auf dem Sofa zu verfolgen. Denn Levi gehört zu meiner Lieblingstrecke. Die Atmosphäre und die Stimmung im Hohen Norden gefallen mir immer wieder, und es war immer sehr schön, so in die Wintersaison zu starten. So wurde ich zu Hause schon fast so nervös wie meine Mutter, wenn sie mich jeweils im Fernsehen an den Rennen fahren sieht. Es war schön zu sehen, dass die Schweizer Athletinnen und Athleten in Sölden wie auch in Levi so gut gestartet sind. Das gibt mir Vertrauen zu der neuen Trainercrew.
Sobald ich hoffentlich die ersten Schwünge beschwerdefrei fahren kann, wird das für mich bestimmt eine Genugtuung für die lange Wartezeit sein und auch eine Bestätigung, dass ich in der Reha alles richtig gemacht habe. Ich werde mir bei der Rückkehr auf jeden Fall viel Zeit lassen, damit ich volles Vertrauen gewinne und mir wieder eine solide und stabile Skitechnik aneignen kann.

Da ich die ganze Vorbereitung in der Schweiz absolvierte und das Schneetraining auf den Gletschern für mich ausfiel, hatte ich diesen Herbst Zeit, mich anderen Dingen zu widmen. So durfte ich als stolzes «Älplermeitli» an der Stanser Älplerchilbi mitwirken. Dazu gehört sich, eine Tracht zu tragen. Das war für mich eine ganz neue Erfahrung, und gerne würde ich das Renndress wieder einmal gegen eine Tracht eintauschen... Eine weitere gute Erfahrung war der Käseverkauf für meinen Sponsor Emmentaler an der Olma. Zwischendurch fand noch die Werbewoche von Swiss Ski in Saas-Fee statt. Auch dort schlüpfte ich in eine andere Rolle und war als Fotomodel und Schauspielerin tätig.

 

 

30. Oktober 2012

Hoi zäme

Auch ich darf meinen ersten Emmentaler-Blog der Saison schreiben…

Die neue Skisaison hat bereits wieder begonnen und mit zwei Spitzenrängen ist die Schweiz gut in den Winter gestartet. Herzliche Gratulation an Dominique und Didier!!

Nach dem Saisonabschluss im April arbeitete ich bis Ende Juli noch im Hotel Bänklialp in Engelberg und beendete meine Lehre als kaufmännischer Mitarbeiter in der Hotellerie. Nun bin ich offiziell Spitzensportler. Im August ging es dann gleich drei Wochen nach Ushuaia, Argentinien. Dort trainierten wir bei optimalen Bedingungen 14 Tage im südamerikanischen Winter. Ende August wieder zurück in der Schweiz, fanden wir im September ideale Bedingungen auf den Gletschern in Zermatt und Saas-Fee vor.

Der Oktober war ein wenig verhext. Unsere Slalomgruppe hatte regelmässig Trainingslager angesetzt, doch ab und zu machte uns Petrus einen Strich durch die Rechnung. An den sogenannten „schlechten“ Tagen, an denen Skifahren nicht möglich war, stopfte unser Konditrainer das Programm mit Kraft-, Koordinations- und Schnelligkeitseinheiten voll. Langweilig wurde es uns deshalb auch an solchen Tagen nicht!

Noch gut 10 Tage bis zum Weltcup-Slalomstart im finnischen Levi, langsam aber sicher kommt definitiv das Rennfeeling auf. An einem Trainingstag in der Vorwettkampfphase werden ca. 4-5 Läufe gefahren, somit rückt die Qualität in den Vordergrund. Die individuellen Technikübungen werden ein wenig bei Seite gelegt und das Ziel besteht darin, dass jeder Lauf möglichst nahe am «Traumlauf» ist. Momentan finden wir in Diavolezza (GR) und in Zinal (VS) super Pistenverhältnisse vor und holen uns den Feinschliff auf dem Kunstschnee in der Schweiz.

Ich freue mich riesig auf die kommende Saison. Die Teilnahme an der Weltmeisterschaft, welche im Februar 2013 in Schladming stattfindet, habe ich mir als Ziel gesteckt.

Unter www.retoschmidiger.ch oder http://www.facebook.com/pages/Reto-Schmidiger/314519742278 versuche ich euch immer auf dem Laufenden zu halten!

Machts guet und bis bald

Schmidi

 

 

12. Oktober 2012

Unglaublich, wie die Zeit vergeht – schon wieder eine Schwingsaison vorbei. Mit fünf Kranzfestsiegen war es  für mich die erfolgreichste Saison meiner bisherigen Aktivzeit und ich bin sicher, dass ich das meinen tollen Partnern und meinem super Umfeld zu verdanken habe. An dieser Stelle allen ein grosses Dankeschön, die mich tagein und tagaus in irgendeiner Form unterstützen und an mich glauben.

Zur Krönung gab es einen goldenen Kranz

Erstmals wurde Mitte September der goldene Kranz in fünf verschiedenen Kategorien verliehen. Ich war in der Kategorie „Schwinger des Jahres“ nominiert und freute mich riesig, dass ich diese Auszeichnung erhalten habe. 50 Prozent der Stimmen wurden durch eine Fachjury verteilt, die andere Hälfte konnte die breite Öffentlichkeit via Blick-Leserwahl durch Stimmabgaben verteilen. Dass ich auch am meisten Stimmen bei den Sympathiepunkten des Publikums bekommen habe, macht mich gleich doppelt stolz und ich freue mich sehr über diese Auszeichnung. Danke allen, die mir ihre Stimme gegeben haben! (Zur Website.)

Sieger der Schlussgang-Jahrespunkteliste

Die bekannte Schwingerzeitung «Schlussgang» verleiht in diesem Herbst bereits zum vierten Mal einen Preis für den Sieger der Schlussgang-Jahrespunkteliste. Im 2012 habe ich bei dieser Auswertung am meisten Punkte gesammelt und so darf ich mich Mitte Oktober an der Olma als Sieger dieser Jahrespunkteliste feiern lassen, was mich natürlich ausserordentlich freut.
Beim Super10Kampf mit dabei

Ganz speziell freue ich mich, dass ich am 2. November beim Super10Kampf der Sporthilfe mit dabei sein darf. Zusammen mit Nicola Spirig, Didier Défago und anderen Sportcracks, werde ich alles geben und freue mich schon heute auf einen lustigen Abend in der Zürcher Hallenstadion-Arena. 

Auszeit im Westen

Die trainingsfreie Zeit nutze ich natürlich gerne, um mich zu erholen und um diversen Verpflichtungen nachzukommen. Letzte Woche gönnte ich mir mit Kollegen ein paar Tage Ferien in Amerika. Ich habe das süsse Nichtstun und die Sonne genossen und schätzte es, einmal einfach nur das zu machen, wozu ich Lust hatte. Herrlich.

Mitte November geht es dann wieder los mit dem Wintertraining. Mit dem Eidgenössischen Schwingfest in Burgdorf steht 2012 für mich ein wichtiges Jahr bevor und ich freue mich schon heute, wenn ich auch dann wieder auf euch als treue Leserschaft zählen darf.

Infos über mich findet ihr laufend unter www.sempachsempach.ch oder auf Facebook unter www.facebook.com/Sempach.

Herzliche Grüsse, Mättu Sempach

 

8. Oktober 2012

Kreuzbandriss und Risse im inneren sowie äusseren Meniskus des linken Knies! Das war die niederschmetternde Diagnose nach meinem vermeintlich harmlosen Trainingssturz in Samnaun im vergangenen April. Ich konnte es kaum glauben - nicht schon wieder! Ich lag im Schnee und wusste genau was auf mich zukommt. Ich wusste, der Weg zurück ist hart.

Aber ich wusste auch, er ist zu schaffen! Schon einmal hab ich ihn erfolgreich beschritten. Für mich war sofort klar, ich will so schnell wie möglich zurück - zurück auf den Schnee, zurück auf die Ski und zurück in den Weltcup!

Schon zwei Tage nach dem Sturz wurde ich in Appenzell operiert. Danach folgten viele Arztbesuche und unzählige Stunden Physiotherapie. Schritt für Schritt ging es während der Rehabilitation voran. Klar musste ich auch das eine oder andere Mal kleine Rückschritte verkraften, aber mit jeder Woche fühlte sich mein operiertes Knie besser an. Neben meinem Rehaplan konnte ich auch etwas Zeit auf der Jagd verbringen. Mit meinen Jagdkollegen durfte ich einige unvergessliche Tage geniessen und mich auf andere Gedanken bringen- was sicherlich gut tat.

Kürzlich war es dann endlich soweit. Die Ärzte gaben mir grünes Licht um wieder auf den Schnee zurückzukehren. Es fühlte sich herrlich an! Nach meinen ersten Schwüngen in Saas-Fee wusste ich, dass sich jede Schweissperle während der Reha gelohnt hatte.

Auf den Schweizern Gletschern gilt es nun das Skigefühl zurückzuerlangen und das Knie langsam wieder an die volle Belastung heranzuführen. Läuft alles nach Plan, reise ich im November für weitere Trainings mit der Nationalmannschaft nach Nordamerika. Dort wird sich  zeigen, ob ich für einen Start in Lake Louise (CAN) schon bereit bin.

Ich blicke zuversichtlich und mit grosser Vorfreude in die kommende Saison!

 

24. September 2012

Nach einem intensiven Sommertraining trafen sich alle Weltcupmannschaften das erste Mal wieder seit dem Frühling. Nicht aber um zusammen zu trainieren, nein, auf dem Programm stand für einmal frisieren, schminken, lächeln, umfrisieren, umschminken, lächeln und das alles nochmals von vorne. Zu erstellen sind im Renndress oder in vielen anderen Tenues Fotos für unsere Sponsoren. Dazu kommen noch Videos. Dies war für mich persönlich eine spezielle Herausforderung, da meine schauspielerischen Fähigkeiten nicht besonders ausgeprägt sind.

Ich finde diese Tage immer ganz witzig. Es ist schön wieder einmal alle zu sehen, auch wenn man die einen fast nicht erkennt unter all der Schminke. Dazu wird auch sehr viel gelacht, speziell, wenn das ganze Team zusammen singen sollte, da waren dann auch mehrere gewollte und ungewollte falsche Töne herauszuhören.

Gleich danach ging es dann für unser Team weiter an den Konditest nach Magglingen. Dort wurde unsere Maximalkraft, Sprungkraft, Bremskraft, das bilaterale Defizit usw. gemessen. Da ich im Vergleich zum letzten Jahr unverletzt trainieren konnte, waren demzufolge auch meine Werte besser.

Eigentlich wären wir heute nach Zermatt gereist um wieder auf den Skis trainieren zu können. Wegen dem Wetter gab es jedoch schon wieder Verschiebungen. Das gehört bei unserem Sport nunmal dazu. Darum schnalle ich mir jetzt nicht die Skischuhe, sondern die Hallenschuhe an und gehe einmal mehr in den Kraftraum. Aber so viel Geduld muss sein. Daran gewöhnt man sich als Abfahrerin.

 

Denise präsentiert stolz die neue Fanclubflagge.
10. September 2012

Höhepunkte in meiner Saisonvorbereitung gab es bis jetzt schon einige, und eines hatten sie alle gemeinsam: sie fanden abseits der Skipisten statt!

Im Vordergrund stand klar die Rehabilitation meines Knies. Die Reha ging ich folgendermassen an: Da ich mich letzten Sommer entschieden habe, Sportsoldat zu werden, absolvierte ich ab Mitte April bis Mitte Juli den zweiten Teil der Spitzensport-RS. Magglingen bot mir so beste Bedingungen, um mich von meiner Operation wieder zurück zu kämpfen. Ich profitierte von erfahrenen Physiotherapeuten und einer hervorragenden Infrastruktur. Es war nicht immer einfach, optimistisch zu bleiben, da ich manchmal wirklich dachte, dass ich an Ort trete und ich keine Fortschritte mit dem Knie erzielen konnte. So arbeitete ich Tag für Tag an der Stabilität und Beweglichkeit des Knies und bin auch jetzt noch daran.

Nach den 13 Wochen in Magglingen gönnte ich mir wohlverdiente Ferien. Im Nachhinein kann ich sagen, dass es eben doch wichtig ist, sich eine Pause zu gönnen, damit man wieder vorwärts kommt.

Ein weiterer Höhepunkt war der Fanclubanlass Anfang August, den wir ob Engelberg in der Schwand feierten. Es war schön zu spüren, dass so viele Leute hinter mir stehen, auch wenn ich mich nicht in der Wettkampfphase befinde. So genossen wir einige gemeinsame Stunden und absolvierten eine Trophy: beim Nageln, Büchsenschiessen, Dart etc. mussten wir unsere Stärken unter Beweis stellen, und alle konnten einen schönen Preis gewinnen. Das Highlight dieses Anlasses war die Einweihung der neuen Fanclubflagge. Voller Stolz durfte ich sie signieren, und die ersten Fanfotos wurden im Grünen geschossen. Nach dem anschliessenden Grillieren haben wir den gemütlichen Abend bei einem Kaffee ausklingen lassen.

Während meine Teamkolleginnen in Neuseeland im Skitraining waren, wischte ich mir die Schweissperlen in der Schweiz von der Stirn. Mein erster Skittag ist im Dezember geplant. Ich setze alles daran, um dann fit zu sein. Aber zuvor erwarten mich im Konditraining noch einige Herausforderung, bis ich mit gutem Gewissen sagen kann: «Jetzt sind die Kraftwerte beider Beine symmetrisch.»

Zurzeit beginne ich mit der Sprungschule, einigen Überwindungen im Koordinationstraining und probiere so, im Kopf wieder das volle Vertrauen ins Knie zu gewinnen. Gewichte werden gestemmt, auf dem Rennvelo Kilometer gesammelt, und in der Physio werde ich gefordert. So freue ich mich über tägliche Fortschritte und vor allem über Muskeln, die zuvor kaum noch sichtbar waren.

 

 

13. August 2012

In den letzten Tagen bin ich viel gereist und habe diverse Wettkämpfe bestritten. Kurz nach dem Oberländischen Schwingfest verreiste ich mit zwei Kollegen ins russische Novosibirsk, wo wir einen riesigen Landwirtschaftsbetrieb besuchten und viele eindrückliche Erfahrungen sammeln durften. Bevor wir wieder in die Schweiz gingen, besuchten wir natürlich noch die obligaten Sehenswürdigkeiten in Moskau. Ein spannendes Land voller Extremitäten und Gegensätze! Ich bin aber auch gerne wieder zurück in die Schweiz gekommen.

Sieg auf dem Weissenstein
Kurz nach der Rückkehr aus dem Osten, trat ich am Bergfest auf dem Weissenstein an. Ich erwischte einen bomben Tag und konnte das Schwingfest für mich entscheiden. Schon eine Woche später trat ich auf dem Brünig an. Leider hatte ich keinen optimalen Start und konnte mich auch nicht für den Schlussgang qualifizieren. Mir ist aber der 2. Schlussrang gelungen, womit ich auch sehr zufrieden bin. Christian Stucki war an diesem Tag die Leaderfigur. Er bezwang all seine sechs Gegner und war am Abend der verdiente Sieger.

Schwingen an Olympia
Ein Traum ging für mich in Erfüllung, als ich mit ein paar Kollegen vom Oberaargauer Schwingerverband nach London an die olympischen Spiele reisen durfte. Wir wurden ins Swiss House eingeladen, um den Passanten und Gästen den Schwingsport näher zu bringen. Ein Sägemehlring mitten in der olympischen Stadt. Es waren tolle Erfahrungen und witzige Begegnungen und ich hoffe, dass alle, die in London mit uns geschwungen haben, noch lange an diesen Event zurückdenken. Auf jeden Fall werden sie noch lange Sägemehl in ihren Kleidern gefunden haben. :-)

Mättu zusammen mit Jean-Pierre Egger, Edy Hubacher und Werner Günthör

Sieg für Jean-Pierre Egger
Am letzten Sonntag stand für mich einer der Höhepunkt dieser Saison auf dem Programm. Auf das Berner Kantonale Schwingfest in Herzogenbuchsee freute ich mich schon den ganzen Sommer. Nach einem super Start spürte ich, dass ich gut «zwäg» bin. Meine Gegner konnte ich danach auch wirklich alle ins Sägemehl betten und ich durfte das Berner Kantonale nach 2010 zum zweiten Mal für mich entscheiden. Dieser Sieg bedeutet mir sehr viel und es war umso schöner, weil mein lieber Freund und Trainer – Jean-Pierre Egger – sich die Zeit genommen hat und das Fest live vor Ort mitverfolgte. Deshalb habe ich ihm diesen Sieg gewidmet und ich bin ganz fest überzeugt, dass er mich auch im Hinblick auf das Eidgenössische in Burgdorf 2013 gut vorbereiten wird.

Die Saison neigt sich jetzt schon langsam zu Ende, es steht am nächsten Sonntag bereits das letzte Kranzfest 2012 auf dem Programm – das Schwägalp-Schwinget. Ich hoffe, dass ich dann noch einmal an die guten Leistungen der letzten Wochen anknüpfen kann.

Diverse Bilder, Links und Videos über London, Russland und die Schwingfeste findet ihr auf meiner Facebook-Fanpage: www.facebook.com/Sempach oder auf meiner Website unter www.sempachsempach.ch.

 

 

Mättu mit Siegermuni "URAN" und seinem Bruder Stefan
11. Juli 2012

Die letzten drei Wochen verliefen für mich optimal. Ich fühlte mich in super Form und konnte diese punktgenau dann – wenn es darauf ankam – ausspielen. Hier mein Erlebnisbericht:

Im letzten Blog habe ich geschrieben, wie sehr ich mich über mein Heimfest in Koppigen-Oeschberg freue, welches an Pfingsten statt gefunden hat. Ich war topfit und fühlte mich an diesem Tag bereit. Ich schaffte es zwar bis in den Schlussgang, wo ich dann aber meinem Gegner Christian Stucki unterlag. Diese Niederlage war recht bitter – zu gern hätte ich vor heimischem Publikum gewonnen.

Aber es sollte besser für mich kommen: Nach einer 10tägigen Pause – meinem Rücken zu liebe – startete ich an zwei Regionalfesten im Schwarzenberg und im Oberbühl. Hier spürte ich, dass meine Form stimmt denn ich konnte beide Feste für mich entscheiden.

Guten Mutes reiste ich also am 24. Juni ins Engadin nach Silvaplana. Es ist für mich immer etwas ganz besonderes, wenn ich an einem Teilverbandsfest teilnehmen darf und deshalb freute ich mich schon lange auf dieses Nordostschweizerische Schwingfest. Die Einteilung war recht streng mit mir und das Programm, welches ich zu absolvieren hatte, brachte mich an meine konditionellen Grenzen. Dennoch gelang es mir, meine Gegner ins Sägemehl zu betten, ausser Nöldi Forrer, gegen den ich nur ein Remis erzielen konnte. Im Schlussgang traf ich auf Unspunnen-Sieger Daniel Bösch, den ich bezwingen und somit das Fest für mich entscheiden konnte. Was für ein unglaublich schönes Gefühl!

Mir war bewusst, dass ich  mich nicht allzu lange auf diesen Lorbeeren ausruhen darf, denn die nächsten Einsätze standen vor der Tür: letzten Sonntag trat ich am Oberländischen Schwingfest in Oey-Diemtigen an. Leider konnte Schwingerkönig Kilian Wenger nicht zu seinem Heimfest antreten – trotzdem verfolgten fast 5‘000 Besucher das Fest in der tollen Arena mit herrlicher Kulisse. Ich spürte es schon am Morgen, dass ich in Form war. Aber die Einteilung hat mir derart zähe Brocken zugeteilt, dass ich am Abend selber staunte: Ich konnte all meine 6 Gegner auf den Rücken legen und so meinen Sieg von 2011 bestätigen. Wer sich den Siegermuni URAN anschauen will, findet Bilder auf meiner Website www.sempachsempach.ch oder unter Facebook: www.facebook.com/Sempach.

Jetzt verreise ich mit zwei Kollegen für 10 Tage ins russische Novosibirsk. Dort besuchen wir Landwirtschaftsbetriebe und tauschen uns mit Berufskollegen aus. Ich freue mich auf diese Auszeit, bevor es am 22. Juli auf dem Weissenstein im Sägemehl hoffentlich wieder rund zu und her geht.

Herzliche Grüsse, Mättu

 

 

24. Mai 2012

Die ersten Kranzfeste der noch jungen Saison sind Vergangenheit und ich kann es kaum erwarten, bis ich am kommenden Pfingstwochenende fast vor meiner Haustür - am Oberaargauischen Schwingfest in Koppigen-Oeschberg - in die Hosen steigen darf.

Die Spitzenpaarungen werden demnächst bekannt und die Schwingerfreunde unter Ihnen dürfen sich auf Sägemehlarbeit vom Feinsten freuen: 11 Eidgenossen treten in Koppigen-Oeschberg an, darunter sogar alle Berner, die in der noch jungen Saison ein Kranzfest gewonnen haben: Thomas Zaugg (Emmentalisches), Kilian Wenger (Mittelländisches), Christian Stucki (Berner-Jurassisches) sowie die weiteren Berner Eidgenossen Christian Dick, Matthias Glarner, Hansruedi Lauper, Reto Maurer und Beat Wampfler.

Viel Spannung darf man auch von den Gästen aus der Innerschweiz erwarten. Mit Martin Grab (Sieger Unspunnen-Schwinget 2006) und Christian Schuler (Sieger Schwägalp-Schwinget 2011) wird die Einsiedler-Delegation von zwei ganz Bösen angeführt.

Das Festgelände ist für unsere Region riesig: Ein Zelt mit 1‘800 Sitzplätzen, eine Arena mit 3‘600 Sitz- und 600 Stehplätzen, 4 Lebendpreise für die Schwinger und ein eigenes Holzhaus für die Speaker. Diese Zahlen sprechen für sich. Das kreative Organisationskomitee hat schon im Vorfeld die Dorfeingänge passend geschmückt und überall im Dorf sind die schönen Gaben in Schaufenstern und Restaurants zu bewundern: Unsere Region im Schwingfest-Fieber!

Ich möchte alle Interessierten ermuntern, über Pfingsten nach Koppigen-Oeschberg zu kommen. Wer am Freitag, 25. Mai noch nichts vor hat, sollte die Gelegenheit nutzen um den wunderschönen Gabentempel anzusehen. Ab 17 Uhr sind die Tore offen und für Verpflegung und Unterhaltung ist gesorgt. Eine ideale Gelegenheit, das Pfingstwochenende gemütlich einzuläuten. Nebst dem Schwingfest von uns Aktiven am Samstag, wird am Pfingstsonntag die beliebte Jodlerpredig vom Jodlerklub «Heimat» Alchenstorf und vom Jodlerklub Hasle-Rüegsau, unter der Leitung von Hannes Fuhrer, aufgeführt. Bei einem feinen Raclette aus den Emmentaler-Käsereien Koppigen und Aarwangen und bei Örgeliklängen können Sie Pfingsten so richtig geniessen und die Seele baumeln lassen. Am Pfingstmontag steigen dann die Nachwuchsschwinger in die Hosen. 284 junge Burschen geben sich dann die Hand.

Mein Heimfest wird von Emmentaler Switzerland als CO-Sponsor unterstützt – herzlichen Dank dafür! Jetzt hoffe ich, dass uns auch der Wettergott gut gesinnt ist und dass ich ein gutes Resultat erzielen kann.

Wir sehen uns in Koppigen-Oeschberg?!
Herzliche Grüsse, Mättu

 

24. April 2012

Kürzlich hat der letzte Formtest für die kommende Kranzfest-Saison stattgefunden. Am Hallenschwingfest in Thörigen konnte ich mich mit vier gewonnen und einem gestellten Gang für den Schlussgang qualifizieren und traf dort auf meinen Bruder Stefan. Diese Konstellation ist zwar immer etwas Besonderes, für uns beide aber nicht neu. In dieser Situation war es dann aber doch sehr speziell:  Stefan ist nach zwei Hüftoperationen und seit  mehr als einem Jahr nicht mehr wettkampfmässig im Einsatz gestanden und dieses tolle Comeback war einfach genial! So war es für mich ein doppelt besonderes Erlebnis, mit ihm diesen Schlussgang zu bestreiten. Ich konnte das Fest schlussendlich für mich entscheiden, Stefan durfte aber mit seinem 3. Platz auch sehr zufrieden sein! Das war ein toller Tag für die Gebrüder Sempach!

Oberaargauisches Schwingfest vor meiner Haustüre
Jetzt sind alle Vorbereitungen und Formtests für die Kranzfestsaison abgeschlossen. Am Sonntag, 6. Mai stehe ich in Mont-sur-Rolle am Waadtländer Kantonalen Schwingfest im Einsatz. Dann geht’s Schlag auf Schlag weiter: am 20. Mai findet das Emmentalische Schwingfest in Bigenthal statt und am Pfingstsamstag  -  und darauf freue ich mich ganz besonders  –  findet fast vor meiner Haustüre das Oberaargauische Schwingfest in Koppigen-Oeschberg statt. Dieses Schwingfest sollten Sie sich nicht entgehen lassen! Aus der Gastsektion Einsiedeln treten Martin Grab und Christian Schuler als Zugpferde an und auch Schwingerkönig Kilian Wenger wird das Fest mit seiner Anwesenheit beehren. Es lohnt sich also, jetzt Tickets für das Oberaargauische Schwingfest zu bestellen. Der Vorverkauf ist bequem via Internet möglich: www.osf-2012.ch

Schlusspurt meiner Weiterbildung
Meine Weiterbildung zum landwirtschaftlichen Betriebsleiter neigt sich langsam dem Ende zu und nach vielen intensiven Schulwochen stecke ich jetzt mitten in der Prüfungsphase. Mitte Mai ist die Weiterbildung abgeschlossen und ich freue mich, dann wieder etwas mehr Zeit fürs Schwingen investieren zu können.

Besucht mich an der BEA!
Am Samstag, 5. Mai könnt ihr mich an der BEA an der Käsetheke von Emmentaler Switzerland treffen. Ich freue mich über euren Besuch von 13.30 bis 16.30 Uhr am Stand Nr. A 009 in der Halle 2.

Wie immer halte ich euch auch via Website auf dem Laufenden. www.sempachsempach.ch. Reinschauen lohnt sich!

Herzlicher Gruss

Mättu

 

12. April 2012

Obwohl ich erst Mitte Januar in die Saison gestartet bin, spürte ich gegen Ende der Saison die Müdigkeit in meinen Beinen und auch im Kopf ziemlich stark.
Mit dem 8. Rang beim Weltcupfinale in Schladming war ich sehr zufrieden. So konnte ich mich noch knapp in die Top 15 des Abfahrts-Weltcups wie auch auf der Weltcupstartliste vorkämpfen.
Nach einem Aus-Einpacktag Zuhause ging es nach dem Final in Schladming gleich wieder weiter nach Veysonnaz, wo die Schweizermeisterschaften stattfanden. Dort erreichte ich jedoch meine Ziele nicht. In der Abfahrt konnte ich mit Glück einen Einfädler und somit auch einen Sturz verhindern. Im Super-G unterlief mir ebenfalls einen Fehler, und im Riesenslalom bekam ich die zweijährige Riesenslalom-Pause zu spüren und musste mich wieder weit hinten einreihen.
Viel Zeit zum Nachdenken blieb jedoch nicht. Nach einem Sponsorentag in Adelboden ging es gleich wieder zurück nach Veysonnaz für Materialtests. Von da aus direkt auf die Lenzerheide für den Event «RedbullSkills». Das war ein Superanlass, den ich auf dem zweiten Platz beendete.
In einem Rennen mussten alle Disziplinen gefahren werden. Im ersten Lauf unterschätzte ich die Riesenslalomski im Slalom und musste prompt zurücksteigen. Mit einem guten zweiten Lauf schaffte ich es dann doch noch auf den 2. Rang.
Nach zwei Sponsorentagen in St. Moritz brachte ich auch gleich noch die Konditionstests hinter mich. So kann ich jetzt entspannt in die Ferien fahren und dann gut erholt das harte Konditraining wieder angehen. Mit grosser Zuversicht, dass ich dieses Jahr gesund bleiben werde.

Liebe Grüsse und bis bald
Nadja

 

 

15. März 2012

Letztes Wochenende ist für mich in Kranjska Gora die Weltcupsaison zu Ende gegangen. Für den Slalom am Weltcupfinal in Schladming habe ich mich leider nicht qualifiziert, denn nur die 25 besten Slalomfahrer und der Juniorenweltmeister sind startberechtigt.
Das Fazit meiner ersten kompletten Weltcupsaison ist aber dennoch positiv.
Am 2. Februar dieses Jahres zog ich mir eine kleine, aber doch "eklige" Verletzung beim Konditionstraining zu. Ein Bänderanriss am Sprunggelenk hinderte mich an weiteren Skitrainings und an Welt- und Europacupeinsätzen.

Während der folgenden Zwangspause verbachte ich viel Zeit im Physiotherapiezentrum Zwyden in Hergiswil. Mehr als drei Wochen vergingen, bis ich wieder das erste Mal auf den Ski gestanden bin. Das Vertrauen zu meinem Fuss hatte ich anfangs komplett verloren, denn es war ein permanenter Druck, den ich im Skischuh verspürte. Die Schwellung war noch nicht ganz weg, und so hielt ich es auch nicht lange Zeit im Skischuh aus.
Das erste Schneetraining absolvierte ich an den drei letzten Tagen im Februar, bevor ich nach Roccaraso zur Junioren-WM anreiste. Im Skigebiet der WM trainierten wir noch zwei Tage Riesenslalom, bevor am 7. März 2012 der Titel im Riesenslalom vergeben wurde. Der Fuss schmerzte im Skischuh nicht mehr, doch das Vertrauen war bestimmt nicht das gleiche wie vor der Verletzung. Am Renntag des Riesenslaloms war das dann deutlich zu sehen. Bei starkem Nebel fuhr ich gehemmt und konnte nicht das letzte Risiko auf mich nehmen, um ganz vorne mitmischen zu können.

Spass mit Schneetöff

Am nächsten Tag bereiteten wir uns auf den Slalom vor. Der Nebel war an diesem Trainingstag noch stärker als am Tag zuvor. Aber genau solche Bedingungen sind gut, um auch bei schlechter Sicht das Vertrauen zu finden. Dieses Schlechtwettertraining zahlte sich dann auch aus, da am Slalomrenntag, 9. März 2012, im oberen Teil der Rennstrecke dichter Nebel lag. Mit einer soliden Leistung im ersten Lauf (Zwischenrang 5) hatte ich eine gute Ausgangslage für den zweiten Lauf. Mit einer guten Fahrt ohne Fehler landete ich auf dem dritten Schlussrang. Aufgrund der fehlenden Trainingseinheiten konnte ich nicht mehr erwarten und freute mich sehr über die gewonnene Bronzemedaille. Ein herzliches Dankeschön an alle, die an mich geglaubt und mir die Daumen gedrückt haben.
Jetzt reise ich ins Wallis nach Arolla und werde mich für die letzten Europacuprennen dieser Saison, die in La Thuile und Courmayeur stattfinden, vorbereiten. Anschliessend werde ich wahrscheinlich einige Trainingseinheiten in Engelberg absolvieren und am 24./25. März in Veysonnaz an den Schweizermeisterschaften starten.

Liebe Grüsse 
Schmidi

 

 

 

8. März 2012

Vor etwas mehr als drei Monaten, nach langer und intensiver Vorbereitung, reiste ich hoch motiviert nach Kanada, um in Lake Louise in die Saison 2012 zu starten. Schnell musste ich feststellen, dass es auf diesem Niveau keine Fehler leiden mag. Ohne Weltcuppunkte im Gepäck musste ich Nordamerika deshalb wieder verlassen. Dies stimmte mich etwas nachdenklich, denn in den internen Trainingsläufen konnte ich gut mit meinen Teamkollegen mithalten. Und sie waren es schliesslich, die die ersten Rennen für sich entscheiden konnten. Aber das motivierte mich zugleich, denn es zeigte mir auf, wie nahe ich an der Weltspitze dran bin.

Nachdem die Abfahrt von Gröden dem Wind zum Opfer gefallen war, reisten wir in der Altjahrswoche nach Bormio. Im Training zeigte ich ein erstes Mal auf, zu was ich fähig bin. Für mich wurde die siebtschnellste Zeit gemessen. Balsam für mein Selbstvertrauen. Leider schlich sich am Renntag aber wieder ein Fehler ein. Dank guter Abschnittszeiten schaute noch der 27. Rang raus. Die ersten Weltcuppunkte der Saison waren im Trockenen. Zufrieden konnte ich aber wegen der verpassten Topplatzierung trotzdem nicht sein.

Material testen in Norwegen

Die Weltcuprennen in Wengen und Garmisch liess ich ausfallen, um an Europacuprennen meine Startposition im Weltcup zu verbessern. Auch dies gelang nicht nach Wunsch, und so kehrte ich kurz darauf wieder in den Weltcup zurück. In Kitzbühel fuhr ich auf der wegen des Neuschnees verkürzten Strecke ein weiteres Mal nicht in die Punkteränge. Also hiess es weitermachen, einen kühlen Kopf bewahren und an den Erfolg glauben!
In Chamonix dann die Erlösung. Ich kann es doch! Mit einem guten Lauf, 0,85 Sekunden Rückstand und dem daraus resultierenden 17. Rang stellte ich endlich mein Können unter Beweis. Die Hoffnung war gross, dass ich am nächsten Renntag gleich würde nachdoppeln und auf der Welle weiterreiten können. Die Welle zog aber schneller davon als erhofft, und die Punkte verpasste ich dann wieder knapp.
Mit Aufwind in den Segeln gelangen mir zwar in der Folgewoche auf der olympiawürdigen Strecke in Sotschi zwei ansprechende Trainingsläufe. Am Renntag wurde meine Fahrt aber nach einer Kollision mit einem Tor abrupt gestoppt. Die Folgen des Sturzes waren ein gebrochener Daumen und starke Prellungen am linken Bein. Einmal mehr zurückgeworfen war ich zu einer kurzen Pause gezwungen. Nach einer Woche wagte ich mich wieder auf den Schnee. In Kvitfjell wollte ich unbedingt am Start sein. Hier fuhr ich vor knapp drei Jahren meine ersten Weltcuppunkte ein. In diesem Jahr wurde nichts daraus. Keine Punkte, einmal mehr!
Nun bleibe ich noch einige Tage hier in Kvitfjell und teste schon mal das neue Material für die nächste Saison. Bekanntlich wird sich ja einiges ändern. Danach stehen noch Europacupfinale und Schweizermeisterschaften an, bevor sich die Saison langsam dem Ende nähert. Ein erlebnis- und erfahrungsreicher Winter. Meine erste richtige Weltcupsaison. Meinem Gefühl nach bin und war ich eigentlich gut drauf. Etwas scheint zum totalen Erfolg aber noch zu fehlen. Jetzt heisst es dran bleiben und weiterarbeiten! Ich bin sicher, dass die nächste Welle kommen wird! Die Frage ist, ob ich es dann schaffe, auf ihr zu reiten…. Ich schau mir da wohl am besten was bei meinen Teamkollegen ab!

 

2. März 2012

Erst kürzlich wars noch kalt - bitterkalt. Aber auch im Winter wird geschwungen. Nicht in der Freiluftarena natürlich, dafür aber im Schwingkeller. So war das Hallenschwinget von Anfang Februar für mich und meine Kameraden vom Schwingklub Kirchberg ein guter Formtest für die kommenden Kranzfeste. Ich startete gut mit zwei Siegen, musste dann aber im dritten Gang bei einer Niederlage gegen Christian Gerber Punkte abgeben. Mit zwei weiteren Siegen gelang mir aber dennoch die Schlussgangqualifikation. Ich traf auf Bruno Stucki, der nach sieben Jahren sein Comeback gegeben hat. Mit einem Brienzer gelang mir der Sieg am Hallenschwinget, was mich im Hinblick auf die kommenden Feste natürlich zuversichtlich stimmt. An dieser Stelle ist der eindrückliche Auftritt des Jungschwingers Remo Käser zu erwähnen. Bei seinem ersten Schwingfest bei den Aktiven erreichte er in Kirchberg souverän den zweiten Rang. Bleibt Remo gesund, können wir mit ihm schon bald auf wichtige Unterstützung in unserem Schwingklub zählen.

In den letzten Wochen blieb auch noch ein bisschen Zeit, meinem Hobby – dem Skifahren – nachzukommen. Am Unspunnen-Schwinget habe ich einen Gutschein für Skiferien gewonnen. So verbrachte ich zwischen Weihnachten und Neujahr ein paar herrliche Tage in Zermatt und zwei weitere Tage mit meinen Kollegen vom Schwingklub Kirchberg an der Lenk. Die Verhältnisse waren einfach genial und ich hoffe, dass auch ihr alle von den tollen Bedingungen in den Bergen profitieren konntet?

Die Zeit vergeht wie im Flug und das Wintertraining ist schon fast abgeschlossen. Ich habe in den vergangenen Wochen vor allem an meiner Technik gefeilt und versucht, mich dort weiterzuentwickeln. Ich hoffe, dass ich das Gelernte bei den kommenden Kämpfen im Sägemehl umsetzen kann und bin gespannt, ob ich aus der geleisteten Arbeit ernten kann.

Vor zwei Wochen habe ich am Skirennen der Gebrüder Laimbacher im Hoch-Ybrig teilgenommen. Unter dem Motto «Wenn Böse Gutes tun», bin ich zusammen mit vielen anderen Schwingern für einen guten Zweck Ski gefahren. Ganz so rassig wie die Skicracks, die ebenfalls von Emmentaler AOC gesponsert werden, war ich zwar nicht, aber der selber gebastelte Emmentaler Switzerland-Helm hat mich sicher noch schneller gemacht. Das war ein Spass und es ist ein schöner Batzen zusammen gekommen, der gespendet werden konnte.

Bericht aus Glanz & Gloria: http://www.videoportal.sf.tv/video?id=ac392b3a-e5a5-40af-91f3-33cc350a0c7d

Hier noch ein kleiner Ausblick: Vor Ostern gehe ich ins traditionelle Trainingslager nach Cran Canaria. Mit dabei sind auch der Schwingerkönig Kilian Wenger und mein Bruder Stefan sowie weitere Schwinger aus dem Berner Kantonalen Schwingerverband. Schon heute freue ich mich auf diese Tage. Kraft- und Schwingtraining und viel Spass mit Gleichgesinnten sind das Rezept für ein erfolgreiches Lager und machen die optimale Mischung für diese Tage aus. Am 22. April findet dann der Hallenschwinget in Thörigen statt. Auf diesen Anlass freue ich mich ganz besonders, denn dann wird voraussichtlich auch mein Bruder Stefan nach einem Jahr Trainingspause und nach zwei Hüftoperationen endlich wieder in die Schwinghosen steigen und seinen ersten Wettkampf bestreiten können. Am 6. Mai starte ich am Waadtländer Kantonalen Schwingfest in Mont-sur-Rolle in die Kranzfestsaison 2012.

Ich wünsche alles Gute und eine feine Nase…man kann ihn nämlich schon riechen, den Frühling! Herzlich, Mättu Sempach

 

 

1. März 2012

Was für eine turbulente Zeit. Nach dem sehr schwierigen Start Anfang Januar ging es für mich in St. Moritz schon schnell wieder aufwärts mit dem 12. Rang in der Abfahrt. Hoch und Tief’s liegen jedoch nahe beisammen und ich musste zusehen, wie mein Zimmergspändli Fabienne Suter ihre Taschen nach dem Sturz im Slalom packen und sich auf eine Kreuzbandoperation vorbereiten musste. Dies ein paar Tage nachdem auch Marianne Kaufmann-Abderhalden ein neues Kreuzband einsetzen lassen musste. Dominique Gisin musste den Knorpel operieren, Andrea Dettling das Schienbein. Kathrin Fuhrer ist wegen einer Patellarsehnenentzündung ebenfalls die ganze Saison gezwungen zu pausieren und Pascale Berthod beendete sogar ihre Karriere wegen immer wiederkehrenden Knie- und Rückenproblemen in den letzten Jahren. Unser stolzes, grosses Team schrumpfte immer mehr und wir, die noch übrig blieben, hatten ein wenig mit der Form zu kämpfen.

Was für eine Überraschung war es, als ich dann in Garmisch-Partenkirchen völlig unerwartet aufs Podest fuhr und dies zusammen mit Tina Weirather, die voll in unser Team integriert ist. Das alles war für mich und ich denke ebenso für meine Trainer jenseits unserer Vorstellungen. Am Abend, bei der Rangverkündigung war ich dann fast zu Tränen gerührt, als ich meine Trainer in der ersten Reihe entdeckte. Sie jubelten mir lauter als alle anderen zu und das Glänzen in ihren Augen zeigte mir, dass auch ihnen ein Stein vom Herzen gefallen ist. Nach der Zeremonie offerierte ich ihnen Glühwein aus reiner Dankbarkeit für alles, was sie für mich getan haben, in der Zeit, als es für mich mehr Zweifel als Selbstvertrauen gab. Auch meine Eltern und Kolleginnen kamen später ins Hotel, um zusammen mit meinen Trainern zu feiern. Was ist schon dabei? Die Freude war einfach so riesig.

Zwei Wochen später, erhielten wir eine Einladung des Bürgermeisters von Sochi zum Apero. Ausgeschenkt wurde gratis und auch sehr grosszügig Wodka. Ein Bier jedoch kostete 10.- Euro. Ich glaube die Betreuer aller Nationen bekamen zu spüren, dass der Wodka der Russen nicht mit unserem zu vergleichen war. Wir Athleten jedoch waren früh im Bett und wenn am nächsten Tag nicht darüber gesprochen worden wäre, hätten wir gar nichts von der ganzen Sache mitbekommen.

Umso überraschter waren wir dann, als es am Abreisetag plötzlich hiess, dass Stefan Abplanalp nach Hause reisen würde. Wir verstanden die Welt nicht mehr. Was ist nur vorgefallen, dass man uns kurz vor wichtigen Rennen den Trainer wegnahm? Drei Tage lang wurde bei uns diskutiert und wir waren uns einig, unpassender könnte dieser Zeitpunkt nicht sein. Ebenso fanden wir die Begründung unzutreffend. So arbeiten wir doch über 300 Tage im Jahr mit ihm zusammen. In dieser Zeit (und wahrscheinlich auch die restlichen 65 Tage) gibt er alles für uns und verpasst nie ein Training. Er organisiert uns die besten Pisten, sei es in Colorado, in Schladming, Garmisch, Zermatt, Saas Fee usw. Er nimmt sich Zeit für die Sponsoren. Dank seiner Idee, auf der Lueg ein Dinner mit uns als Köchinnen und im Service zu organisieren, schafften wir es schon zweimal für den Nachwuchs CHF 60‘000.- zu sammeln. Es gelingt ihm auch immer wieder im Sommer eine Abwechslung ins harte Konditionstraining zu bringen. Z. B. aus 70 Metern Höhe abseilen, Fallschirmspringen, Cannyon-Swing usw. Ein Ersatz für ihn zu finden wird sicher schwierig sein.

Jetzt hoffe ich, dass ich das Weltcupfinale in Schladming erfolgreich bestreiten kann. Danach folgen noch die Schweizermeisterschaften und ein paar FIS-Rennen. Da sich das Material auf nächste Saison ziemlich ändert, werden wir noch ein paar Materialtests machen und nach ein paar Skitagen mit den Sponsoren gönne ich mir dann Mitte April zwei Wochen Ferien.

 

15. Februar 2012

In St. Moritz an den Heimrennen wollte ich angreifen. Ich freute mich auf eine Abwechslung in meinem Rennalltag, denn von Mitte Dezember bis Mitte Januar drehte sich fast alles um den Slalom. Nun konnte ich den Slalom mit den Speeddisziplinen verbinden.
In den ersten Abfahrtstrainings fiel es mir schwer, die absolute Überzeugung zu finden. Die Linie hatte ich im Kopf, doch ich konnte sie nicht mit der nötigen Entschlossenheit fahren. Aber mit so wenigen Speedkilometern in den Füssen konnte ich auch nicht mehr erwarten. Aber mit jeder Trainingsfahrt stieg mein Selbstvertrauen. Dann endlich stand die erste Super-Kombination an. Zum ersten Mal durfte ich an einer öffentlichen Startnummern-Verlosung teilnehmen! Das war wirklich eine tolle Erfahrung, vor allem weil sehr viele Schweizer Skifans anwesend waren.
Mit der Startnummer 12 ging ich ins Rennen. Ich konnte den Mut aufbringen, konsequent meine Linie zu fahren. Mit dem 9. Rang in der Abfahrt schaffte ich mir eine gute Ausgangslage. Nun galt es, in meiner Parade-Disziplin Slalom alles zu geben, was mir recht gut gelang. So startete ich eine Aufholjagd nach vorne, die mit dem 6. Schlussrang belohnt wurde, übrigens mein bisher bestes Weltcup-Resultat.
Der Lohn dafür war, am Abend bei der Rangverkündigung mit von der Partie zu sein. Eine neue Erfahrung, an die man sich gewöhnen könnte. Am Samstag liess ich es mir nicht entgehen, in der Spezial-Abfahrt zu starten, denn jede weitere Fahrt auf den langen Ski ist wertvoll. Knapp verpasste ich mit dem 32. Rang meine ersten Weltcup-Punkte in der Abfahrt.

St. Moritz: Erstmals bei einer Startnummernauslosung.
Blick aus dem Hotelzimmer in Soldeu auf die Rennpiste.
Eigene Gondel in Soldeu.

Am Sonntag stand die zweite Super-Kombination mit einem Super-G und Slalom auf dem Programm. Das heisst, ohne Trainingsfahrt vom Start raus und voll angreifen, um ja nichts zu verschenken. Meine Fahrt hat sich gut angefühlt, ich hatte alles unter Kontrolle und konnte selber bestimmen, was als nächstes kommt. Dies bestätigten mir auch die Zwischenzeiten, mit denen ich mich in den Top 10 bewegte. Aber kurz vor dem Ziel kam ich durch einen Schlag von der Ideallinie ab. Trotzdem schaffte ich mir eine ähnlich gute Ausgangslage wie am Freitag. Im Slalom büsste ich jedoch Zeit ein, was aber immer noch zu Rang 12 reichte, mein bis jetzt zweitbestes Weltcup-Resultat.
Anschliessend reiste ich noch spät abends nach Courchevel, um einen Europa-Cup Riesenslalom zu bestreiten. Doch die lange Reise war umsonst, wegen zu starken Schneefalls musste das Rennen abgesagt werden.
Dann genoss ich fünf Tage zuhause. Ich kann mich kaum mehr erinnern, während der Saison eine so lange Zeit im eigenen Bett geschlafen zu haben. Das erste Mal diese Saison ging ich in Engelberg skifahren, was mit viel Spass und vor allem Kälte verbunden war. Auf dem Titlis herrschten unglaubliche gefühlte -45° Grad. Brrrr…..

Am Montag reiste ich bei -25° Grad von Engelberg ab. Per Flugzeug ging's ab Zürich nach Barcelona, wo ich bei 12° Grad Wärme ausstieg. Ein ziemlicher Temperaturschock, doch das blieb nicht lange so. Die Reise ging weiter nach Soldeu im Kleinstaat Andorra, wo das erste mal Weltcup-Rennen stattfanden. Aus meinem Hotelzimmer hatte ich die beste Aussicht auf den Rennhang, und die Vorfreude auf die Rennen war gross.

Wir konnten drei gute Trainingseinheiten absolvieren, wurden dabei aber ziemlich stark durchgelüftet. Und tatsächlich fiel der erste Riesenslalom am Freitag dem Sturm zum Opfer. Darum wurde der Slalom auf den Samstag vorgezogen.

Ich fühlte mich bereit, einen Schritt vorwärts zu kommen, konnte eine gute Leistung abrufen, jedoch fehlte mir die dazu nötige Risikobereitschaft, um einen wirklichen Exploit zu landen. Schliesslich schrieb ich meinem Konto einen 17. Rang gut, den ich natürlich dankend annahm, denn jeder Punkt ist wertvoll und gibt für die Zukunft die nötige Sicherheit.
Am Sonntag konnte ich um einiges entspannter an den Riesenslalom-Start gehen. Jedoch war es schwierig, mit der Startnummer 58 eine Marke zu setzen, um den 2. Lauf zu erreichen. Ich werte es jedoch als positiv, dass ich weniger als eine Sekunde auf die Top 30 verlor.

 

 

10. Februar 2012

Zur Zeit weilen wir für die Olympia-Hauptprobe in Russland. Auf der Strecke von Sotschi habe ich im Gegensatz zu meinen Teamkollegen einen Erfahrungsvorsprung. Denn ich war letzten Winter schon hier und bestritt eine Europacup-Abfahrt.
Leider konnten wir damals nur den unteren Teil der Strecke befahren. Ganz oben hatte eine Lawine die Netze und Absperrungen niedergewalzt. Zudem war die Piste im vergangenen Jahr durch die grossen Neuschneemassen extrem weich und langsam.

Die eindrucksvolle Olympiapiste.

Security: Alles muss auf den Tisch - auch die Ausrüstung.

Als ich dann am Mittwoch auf der Besichtigung war, merkte ich gleich, dass die Piste nicht mehr mit letztem Jahr zu vergleichen ist!! Das Startdrittel, das wir vor einem Jahr nicht fuhren, ist sehr steil und anspruchsvoll. Zudem wurde fast die gesamte Abfahrt mit Wasser präpariert. In diesem Zustand finde ich, dass diese Strecke sehr selektiv ist und einen würdigen Olympiasieger hervorbringen wird.
Es gibt hier in Sotschi einige Aspekte, die für uns Athleten und Betreuer sehr gewöhnungsbedürftig sind. Auf der einen Seite möchte ich da auf das Wetter hinweisen. Weil das Skigebiet sehr nahe am Meer liegt, gelangt viel Feuchtigkeit in das Tal, und so kann es von strahlendem Sonnenschein innert Kürze zu Nebel und Schneefall wechseln. So wie es diesen Donnerstag während des zweiten Trainings geschah.

Auf der anderen Seite ist die Sicherheit hier oberstes Gebot. Man wird sehr oft durchsucht und dabei darf man nie die Geduld verlieren. Als ich eine solche Kontrollstelle für diesen Blog fotografieren wollte, rannten schon zwei Polizisten heran und baten mich, diese Fotos zu löschen. Ich tat dies dann auch vor ihren Augen. Aber zum Glück habe ich zweimal abgedrückt!
Nun hoffe ich, dass ich den kleinen Erfahrungsvorteil im Rennen ausnützen kann und mein Bestresultat von Chamonix noch tope. Meine Form zeigt nach dem guten Abschneiden von letzter Woche klar nach oben.  

Also drückt mir und dem Schweizer Team die Daumen!!

 

 

30. Januar 2012

Der Januar mit den insgesamt fünf Weltcupslaloms ist zu Ende. Dieser hatte für mich positive, aber auch negative Emotionen bereit.
Anfang Jahr bereiteten wir uns in Toblach (Südtirol) auf den Nachtslalom von Zagreb vor. Danach reisten wir mit dem Auto direkt nach Kroatien. Am 5. Januar 2012 bestritt ich dort meinen vierten Weltcupslalom dieser Saison. Bei schwierigen äusseren Bedingungen hatten die Helfer die Piste so gut wie möglich präpariert. Mit Rang 22 konnte ich mich mehr oder weniger locker für den Finaldurchgang qualifizieren. Im zweiten Durchgang wollte ich von den wesentlich besseren Pistenverhältnissen profitieren und brachte auch eine starke Fahrt ins Ziel. Ein kleiner Fehler anfangs eines Flachstückes kostete mich aber einige Zehntel. Es gelang mir aber trotzdem, drei Ränge gut zu machen, und ich erreichte mit dem 19. Rang das zweitbeste Ergebnis dieser Saison.

Das neue Transparent meines Fanclubs.

Von Zagreb ging es am nächsten Tag mit dem Flieger weiter nach Bern Belp, von wo wir direkt nach Adelboden fuhren. Die Heimrennen standen auf dem Programm. Mit von der Partie im Berner Oberland war auch mein Fanclub, der extra für die Heimrennen ein neues Fanclubtransparent sowie sehr schöne Mützen angeschafft hatte, um mich noch effizienter zu unterstützen. Der Aufwand hat sich gelohnt! Es gelang mir eine super Fahrt und ich landete nach Halbzeit auf dem 15. Rang. Im zweiten Lauf konnte ich mich trotz eines Innenskifehlers bei der Einfahrt zum Zielhang auf Platz 13 verbessern. Der Ärger über diesen Fehler wich sehr schnell, da die Stimmung am Chuenisbärgli einfach einzigartig ist. Es ist ein sehr spezielles Gefühl, wenn man über die Zielkuppe fährt und vom Publikum ins Ziel «getragen» wird! Das ist mit ein Grund, warum Adelboden eines meiner Lieblingsrennen ist!
Bei meinem ersten Start in Wengen konnte ich zum ersten Mal unter den besten 30 losfahren. Ich hatte schon im ersten Abschnitt grosse Probleme. Ich wollte mich aber unbedingt noch ins Ziel retten, um vielleicht mit Glück noch im zweiten Lauf dabei zu sein. Am Schluss fehlte eine Zehntelssekunde zur Qualifikation. Dass dabei der Kanadier Brad Spence den letzten Qualifikationsplatz für den zweiten Lauf ergatterte und seinem privaten Kopfsponsor, dem 8-jährigen Gage Ferguson, eine besondere Freude bereitete, tröstete mich ein wenig über dieses Missgeschick hinweg. Ich dachte mir, wenn schon nicht im zweiten Lauf, dann habe ich wenigstens dazu beigetragen, dass diese emotionale Geschichte um den jungen Kanadier, der seine gesamten Ersparnisse (149 Dollar) dafür einsetzte, um sein Idol Brad Spance zu unterstützen, einen schönen Abschluss gefunden hat.
In Kitzbühel und in Schladming startete ich jeweils solide ins Rennen und war gut unterwegs. Leider unterliefen mir wieder «kleine Fehler», die mich erneut an der Qualifikation hinderten. Es fehlte in beiden Rennen wenig, um im zweiten Lauf dabei zu sein. Am Schluss des intensiven Slalom-Monats Januar bin ich also um einige Weltcuppunkte, aber vor allem sehr viele Erfahrungen reicher.  In den drei Rennen, in denen ich mich nicht zu qualifizieren vermochte, fehlten insgesamt nur 0,59 Sekunden. Auf den ersten Blick «verdammt» wenig und doch zu viel!
In der nächsten Woche geht es mit dem Skitraining weiter, bei dem ich mich noch einmal dem Riesenslalom widmen werde. Mitte Februar stehen dann die nächsten Weltcupeinsätze im bulgarischen Bansko auf dem Programm.
Momentan habe ich einige Tage frei, da werde ich sicher darauf achten, dass ich mich nochmals gut erhole, damit ich der Rest der Saison nochmals richtig angreifen kann.

Liebe Grüsse 
Schmidi

 

 

24. Januar 2012

Nach sehr schönen Weihnachtstagen war ich wieder voller Energie abgereist. Es ging nach Toblach, Südtirol. Dort fühlte ich mich sehr wohl und habe viel Vertrauen getankt.
In weniger als einer Stunde reiste ich nach Lienz, wo der nächste Weltcupslalom stattfand. Ich freute mich riesig darauf, denn ich hatte meinen Fanclub mit dabei, der mich tatkräftig unterstützte.

Im ersten Lauf katapultierte ich mich auf den 9. Rang. Endlich gelang mir der Schritt unter die ersten 10. Am Schluss reichte es für den 15. Rang. Nun galt es dieses Vertrauen mitzunehmen.
Danach ging es wieder zurück nach Toblach, wo ich einen unspektakulären Rutsch ins neue Jahr erlebte. Ich lag im Bett und zählte den Countdown runter ins neue Jahr, um anschliessend zu schlafen.
An einem Nachmittag schnallte ich mir die Langlaufskis an und absolvierte bereits einen Streckenteil der Tour de Ski. Dabei wurde ich schon ziemlich merkwürdig begutachtet. Ich dachte mir: ich bin doch eine Skirennfahrerin und keine Langläuferin =) Dennoch hat es viel Spass gemacht. Auch zuhause gehe ich ab und zu auf die Langlaufskis, es gefällt mir, in der Natur zu sein, abzuschalten und dabei noch eine Konditionseinheit zu absolvieren.

Mit meinem Fanclub in Lienz.
Besichtigung mit Trainer Lionel Finance.
Europacup-Sieg im Super-G von Bad Kleinkirchheim.

Danach reiste ich nach Zagreb. Dort gab es kaum Schnee. Darum fand das Einfahren oberhalb des Starts auf einer etwa 150 Meter langen Strecke statt. Kaum hatte ich genug Tempo, musste ich wieder abbremsen, um anschliessend mit dem Skidoo wieder nach oben befördert zu werden.
Die Skidoofahrt war mit viel Spass verbunden, darum entschied ich mich, noch einige Male einzufahren. Im Rennen konnte ich an die Leistung von Lienz anknüpfen. Nach dem ersten Lauf befand ich mich wieder in Reichweite der Top Ten auf Rang 12. Am Schluss reichte es für den 16. Rang.
Nach diesen vielen Slaloms gab es einen Tapetenwechsel. Ich schnallte mir die über zwei Meter langen Skis in Bad Kleinkirchheim an. Ich tastete mich in den Europacuprennen wieder an die schnellen Kurven ran. Von Training zu Training fühlte ich mich in der Abfahrt sicherer. Schliesslich reichte es im Rennen zum 4. Rang, nur knapp neben dem Podest.

Den ersten Super-G hatte ich überschätzt, darum realisierte ich nur den 6. Rang, was natürlich immer noch eine gute Leistung war für mich. Während der ganzen Woche steigerte ich mich, sodass ich am letzten Tag einen Sieg im Super-G feiern konnte. Mein zweiter Europacupsieg!
Mit einem Pokal und grosser Zufriedenheit reiste ich nach Hause, wo ich ein paar wunderschöne Wintertage in Engelberg geniessen konnte.
Nach eher weichen Trainingstagen war ich in Kranjska Gora ein wenig überrascht von den harten Pistenbedingungen. Da ich in dieser Saison erstmals einen Riesenslalom fahren konnte, fand am Freitag ein freies Hang befahren statt, so fühlte ich mich danach schon um einiges wohler auf dieser Pistenunterlage. Am Samstag ging ich mit der Nummer 57 ins Rennen. Ich dachte, die bringt mir bestimmt Glück, denn im Europacup bin ich mit dieser Nummer auch in die Top 30 gefahren. Leider wurde ich bei meiner Fahrt ziemlich durchgeschüttelt und es reichte nicht. Zur Qualifikation für den zweiten Lauf fehlte allerdings nur eine Sekunde. Auf dieser Leistung kann ich aufbauen.
Am Sonntag wollte ich im Slalom durchstarten, was mir zum Teil gelungen ist. Der Start war perfekt, ich fand sofort den Rhythmus, war gut unterwegs, doch dann passierte mir ein Einfädler. Tja, kann man nichts machen, ist schnell passiert in einem Slalom. Dafür kann ich stolz behaupten, angriffig gefahren zu sein.
Nächste Station ist am Wochenende  St. Moritz. Da greife ich wieder an!

 

 

20. Januar 2012

Ab nach Kitz auf die wohl schwerste Abfahrt der Welt!

Auf der Anfahrt nach Kitzbühel machte ich mir schon einige Gedanken über die Streif. Für einen Vollblutabfahrer ist es eines der grössten Rennen im Weltcupzirkus. So sass ich doch als  junger Athlet oft vor dem Fernseher und bestaunte die Sieger von Kitzbühel. Jetzt bin ich hier im Mannschaftshotel und darf am Samstag meine Leistung auf der Streif abrufen. Es ist auf der einen Seite ein Traum, der in Erfüllung geht, und auf der anderen Seite muss man die Strecke mit grossem Respekt angehen.
Für einen Skirennfahrer ist jede Fahrt auf der Streif wichtig. Denn auf dieser Strecke ist die Erfahrung sehr entscheidend. Da ich letztes Jahr schon mit der Strecke erste Bekanntschaft machen durfte, fiel mir dieses Jahr einiges schon etwas leichter. Aber ich weiss auch, dass ich die Schlüsselstellen wie die Einfahrt zum Alpweg oder die Zieltraverse am Rennen noch besser fahren kann als in den Trainings. Denn genau an diesen Stellen wird sich das Rennen entscheiden.
Als ich am Montag im Hotel angekommen war, sagte mir die Receptionistin, dass ich mit Lauberhornsieger Beat Feuz mein Zimmer teile. Dies freute mich natürlich! So konnte ich ihm gleich persönlich für seine tollen Erfolge in Wengen gratulieren, als er ins Zimmer kam.

Beats Pokale und im Hintergrund die Streif.

Da Beat seit den Rennen in Wengen nicht mehr zu Hause war, hatte er natürlich seine Preise vom vergangenen Wochenende auch dabei. Ich bestaunte die wunderschönen Zinnkannen.  Da fragte mich Beat, ob mir da etwas auffalle. Und tatsächlich war auf dem Preis von der Super-Kombination ein Fehler zu finden. Anstatt Super-Kombination war da «Super-Kobination» eingraviert! Da mussten wir doch beide etwas schmunzeln. Ich denke, dass Beat mit diesem kleinen Fehler leben kann. Ist es doch viel besser, wenn Fehler auf den Trophäen sind und nicht auf der Rennstrecke passieren. Nun hoffe ich sehr, dass Beat mich mit seinem Erfolgsvirus ansteckt und ich hier eine gute Leistung zeigen kann.

Also drückt mir und dem gesamten Schweizer Team für das Spektakel die Daumen!

 

 

11. Januar 2012

In Bad Kleinkirchheim war ich noch nicht am Start, weil ich erst zwei Riesenslalom- und zwei Super-G-Tage bei schwierigen Verhältnissen zu verbuchen hatte. Im Super-G stürzte ich dann auch noch, und so war mein Vertrauen, um Vollgas Ski zu fahren, noch nicht wirklich vorhanden. Da ich nach der Operation erst wieder Anfang Dezember richtig mit dem Konditionstraining beginnen konnte und dann erst kurz vor Weihnachten das erste Mal wieder auf den Ski stand, war für mich klar, dass ich mir die Zeit gebe, die es braucht. Dies stellte ich mir aber einfacher vor als es wirklich war. Denn sobald ich wieder mit dem Team unterwegs war (was mich ja riesig freute), wollte ich auch schon wieder mithalten können. Als wir uns dann dafür entschieden, die Rennen in Bad Kleinkirchheim auszulassen und dafür noch ein paar Trainings zu machen, war das zuerst nicht einfach für mich, aber richtig.

Hurra, hoffentlich endlich wieder an den Start!
In den Trainings Vertrauen finden.

Natürlich verfolgte ich die Rennen vor dem Fernseher und freute mich so für mein „Zimmergspändli“ Fabienne und natürlich auch für den Rest des Teams. Sie fuhren einfach genial! Jetzt bin ich in Cortina d’Ampezzo wieder zum Team gestossen und werde die Trainings sicher fahren. Es wird das erste Mal seit fast 3 Monaten sein, dass ich wiedermal Abfahrtski an den Füssen habe. Das wichtigste ist im Moment, dass ich auch da schnell wieder Vertrauen finde, und wenn alles so klappt, wie ich es mir wünsche, dann werde ich hier endlich wieder einmal an den Weltcupstart gehen. Mehr als zehn Monate Rennpause genügen.

Liebe Grüsse Nadja

 

 

 

 

 

 

22. Dezember 2011

In Amerika sollte es endlich losgehen. Nach den guten Skitrainings in Saas-Fee fühlte ich mich bereit und konnte es kaum erwarten, in die Saison zu starten. Jedoch machte mir mein Rücken einen Strich durch die Rechnung. Ich denke, der lange Flug und die intensiven Skitrainings machten mir zu schaffen.

Slalom in Copper Mountain
Viel Schnee in Veysonnaz
Super: Mit Swiss Jet von Genf nach Flachau
Zuviel Schnee in Courchevel

Am Anfang dachte ich, es würde bestimmt wieder besser gehen und setzte die Trainings trotz Beschwerden fort, bis ich mir irgendwann eingestehen musste, dass es klüger wäre, eine Pause einzulegen.
Drei Tage vor dem ersten Weltcuprennen der Saison nahm ich das Training wieder auf. Es ging wieder um einiges besser, aber irgendwie wurde ich trotzdem aus dem Konzept geworfen, denn der Weltcupstart in Aspen war nicht nach  Wunsch gelungen. Am Morgen vor dem Rennen fühlte ich mich gut, mit dem Einfahren war ich auch zufrieden, ich freute mich sehr auf das Rennen. Dann der Start. Die ersten Tore waren ganz gut, ich fand schnell den Rhythmus. Dann passierte mir ein Fehler, und schon war die ganze Fahrt unsicher, und es reichte nicht für den zweiten Lauf. Dies war eine riesige Enttäuschung.
Doch es galt, wieder nach vorne zu schauen. Ich bestritt Nordamerikacuprennen, im Slalom erreichte ich bei einem guten Starterfeld den 12. Rang und im Riesenslalom die Plätze 8 und 10. Mit diesen Resultaten konnte ich doch noch versöhnlich nach Hause reisen.
Zuhause angekommen, kam ich schnell wieder in den Rhythmus, und der Jetlag war dank den vielen Terminen schnell verflogen, denn ich besuchte den Masseur, den Physiotherapeuten und den Osteopathen. So fühlte ich mich eine Woche später wieder fit und reiste nach Veysonnaz ins Training.
Zuhause hatte ich eine Woche auf den ersten Schnee gewartet, aber dieser hatte sich Zeit gelassen, bis ich in Verysonnaz am trainieren war. Darum fand das Training auf einer weichen Unterlage statt.
Anschliessend bestritt ich in Zinal zwei Europacupriesenslaloms. Die Rennen fanden im Schneegestöber statt, und ich ging mit der hohen Startnummer 54 ins Rennen. Darum war ich froh, dass ich knapp die ersten 30 erreichen konnte. Somit startete ich im zweiten Lauf 50 Nummern weiter vorne. Ich war schon überglücklich, überhaupt die ersten 30 erreicht zu haben. Diese Motivation trieb mich an, um noch mehr Gas zu geben, somit war die Aufholjagd perfekt. Mit der Bestzeit im 2. Lauf konnte ich mich so bis auf den guten 7. Rang verbessern.
Am zweiten Tag konnte ich das Resultat vom Vortag bestätigen und erreichte den 8.Rang. Nun galt es, diesen Schwung vom Riesenslalom in den Slalom mitzunehmen.
Am Samstag war das Weltcuprennen in Courchevel vorgesehen. Wegen des vielen Neuschnees und der weichen Piste wurde das Rennen auf den Sonntag verschoben. Die Helfer von Courchevel gaben über Samstagnacht Vollgas und bewässerten die Piste, somit fanden wir am Sonntag eine kompakte Piste vor. Es war eine holprige Angelegenheit, doch ist es mir gelungen, das Mass zwischen Sicherheit und Angriff zu finden.  So konnte ich nach einem soliden ersten Lauf, den zweiten in Angriff nehmen und mich bis auf den  17. Rang verbessern.
Es ist für mich eine Erleichterung, die ersten Weltcuppunkte gesammelt zu haben. Anschliessend reiste ich mit Swiss Jet in einem achtplätzigen Flugzeug von Genf nach Salzburg. Zwischen Maria Höfl-Riesch, Lindsey Vonn und Tanja Poutiainen fühlte ich mich doch ganz wohl. So wurde mir eine Autofahrt von zehn Stunden erspart.
In Flachau hatte ich mich als 31. des ersten Laufes eigentlich vom Rennen verabschiedet, bis die unerwartete Neuigkeit kam, dass jemand disqualifiziert wurde und ich so auf den 30. Rang nachrutschte. Es war ein Chaos meiner Gefühlen. Zuerst war ich doch sehr enttäuscht, und dann die freudige Mitteilung, doch noch dabei zu sein. Somit hatte ich nichts zu verlieren im 2. Lauf. Das war schon ein schönes Weihnachtgeschenk. Es war genial, als Erste den 2. Lauf zu eröffnen, ich konnte voll angreifen. Im ersten Abschnitt hatte ich noch Mühe, bis ich ab der Mitte richtig auftaute und eine gute Leistung ablieferte und schliesslich den 22. Rang erreichte.
Nun kann ich doch beruhigt nach Hause gehen und die Weihnachtstage geniessen.
Ich wünsche euch allen schöne und erholsame Weihnachtsfeiertage.
Denise

 

 

14. Dezember 2011

Am 22. November begann für mich die lange Reise nach Amerika. Von Zürich flogen wir über Frankfurt nach Denver. In Denver übernachteten wir, und am nächsten Morgen ging es mit einem Leihauto weiter nach Silverthorn.  
Dort war für uns, Marc Berthod, Martin Vallazza (Physio), Reto Weisskopf (Konditrainer und Koch), Reto Schläppi (Gruppentrainer), Matjaz Naglic (Servicemann) und mich ein Appartement für vier Nächte reserviert. Die Trainings fanden jeweils in Vail statt. Bei super Bedingungen konnten wir uns dort auf die Wettkämpfe vorbereiten.
Die ersten zwei NorAm-Slaloms bestritten wir in Loveland, gleich anschliessend fanden zwei  NorAm-Riesenslaloms in Aspen statt. Mit den beiden Slaloms, bei denen ich die Ränge 10 und 11 belegte, war ich zufrieden. Ich hatte mich wieder schnell an das Wettkampfgefühl gewöhnt.

In Aspen bestritt ich nur einen Riesenslalom, der mir nicht nach Wunsch gelang. Am anderen Tag machte ich eine Pause.  Von Aspen reisten wir direkt nach Beaver Creek.

Am 4. Dezember startete ich mit Nummer 44 zu meinem ersten Weltcup-Riesenslalom. Ich hatte im oberen Teil eine gute Fahrt, im Schlussteil schlichen sich jedoch kleine Fehler ein, und ich verpasste den Sprung in den zweiten Lauf um 26 Hundertstel.
Wegen zu wenig Schnee in Val d’Isère wurden die Rennen von Frankreich nach Beaver Creek verschoben. So wollte ich bei meiner nächsten Riesenslalomchance am 6. Dezember unbedingt den zweiten Lauf erreichen. Es gelang mir im oberen Teil wieder eine gute Fahrt, im unteren Streckenteil hatte ich kleine Fehler, und im Ziel wurde es einmal mehr eng. Dieses Mal waren es «lumpige» 4 Hundertstel.
So versuchte ich mein Glück bei meiner letzten Chance in Amerika für diesen Winter. Zwei Tage später fand der verschobene Slalom von Val d’Isère in Beaver Creek statt.
Mit Startnummer 34 hatte ich reelle Chancen für die Finalqualifikation. Ich fand den Rhythmus im Lauf aber nicht und hatte ein schlechtes Gefühl, ebenso schlich sich im Mitteilteil meiner Fahrt ein Fehler ein. Leider reichte es mir deshalb auch im Slalom knapp nicht für den zweiten Lauf.
Nach 17 Tagen Amerika nahmen wir die Rückreise in die Schweiz wieder in Angriff. Es war für mich ein super tolles Erlebnis, mit dem kleinen Hacken, dass mir in drei Rennen im Gesamten lediglich 48 Hundertstelsekunden für die Qualifikation zu den zweiten Läufen fehlten! Auch meine Englischkenntnisse konnte ich ein wenig auffrischen;-).
Einen kleinen Sondereffort in Form einer Nachtschicht leistet im Moment meine Mutter. Das Gepäck ist mit Verspätung aus Amerika eingetroffen, deshalb hat sie genau 12 Stunden Zeit, um meine Wäsche wieder auf Vordermann zu bringen, bevor ich nach Italien weiterfahre, wo ich mich auf die nächsten Rennen im Europacup und den Weltcupeinsatz in Alta Badia vorbereite.

Liebe Grüsse 
Schmidi

  

 

7. Dezember 2011

Es war schwer genug, die Rennen in Lake Louise von Zuhause aus anzuschauen, als es bei uns immer noch relativ warm war und kein Schnee lag. Wären meine Familie und Freunde währnd dieser Zeit ständig auf den Ski unterwegs gewesen, wäre es mir noch schwerer gefallen, täglich das Physio- und Kraftprogramm zu absolvieren.

Nach meinem «Knieverdreher» im Volleyball musste ich mir den grössten Teil des Meniskus arthroskopisch entfernen lassen. Dieser war wahrscheinlich schon seit dem Juni ziemlich angeschlagen, als ich ebenfalls sechs Wochen pausieren musste. Das Innenband, welches ich schon im August leicht angezerrt hatte, ist jetzt wieder angezerrt. Jetzt hoffe ich, dass diese ganzen Verletzungen bald überstanden sind und probiere, meinem Knie die Zeit zu geben, die es braucht, um vollständig zu genesen.
Ob ich die Rennen in Übersee wirklich mitverfolgen wollte, war keine einfache Entscheidung. Ich hielt es dann aber doch für richtig, meinen Teamkolleginnen die Daumen zu drücken und mit ihnen mitzufiebern.

Im Moment bin ich für zwei Wochen in Magglingen in der Physiotherapie. Es geht von Tag zu Tag besser, ist aber manchmal schwierig, dass ich nicht zuviel machen will und gut auf die Reaktionen des Knies schaue. Für mich zählt im Moment jeder Tag, denn ich will sobald als möglich zurück auf die Skipiste und den Anschluss wieder finden. Mir fehlt das Skifahren und mein Team. So wie’s aussieht, dauert es aber wahrscheinlich noch länger als einen Monat bis ich wieder mit meinen «Wiibern» unterwegs sein kann.


 

 

 

 

 

25. November 2011

Die Spannung steigt! Nach langer Vorbereitung ist es endlich wieder soweit. Der Startschuss für die neue Saison steht kurz bevor. Für einen Vollblutathleten wie mich ist dieser Moment mit besonderer Freude verbunden. Erst in der Wettkampfphase hat man die Gelegenheit, den Lohn für die vielen Schweissperlen, die man den ganzen Sommer über geopfert hat, zu ernten.

Anders als in anderen Sportarten dauert die Vorbereitungsphase im Skirennsport aber länger als die Wettkampfphase. Nach einer guten und intensiven Vorbereitung fühle ich mich gut gerüstet für die Saison und brenne auf das erste Rennen. Dass das Abfahrtstraining vom Mittwoch wegen Schneefall abgesagt werden musste, machte mich noch einmal zusätzlich «gigerig». Nicht zuletzt weil Lake Louise für mich noch unbekanntes Terrain darstellt und daher jedes Training Gold wert wäre.

Stattdessen musste ich auf das Videostudium der Rennen vergangener Jahre ausweichen und mich beim ausgedehnten Joggen vom «Chrible» ablenken. Natürlich immer in der Hoffnung, dass mir wieder prächtiges Wild begegnet, wie schon oft die letzten Tage. Unglaublich, wie nahe sich die Tiere hier heranwagen. Käme mir zuhause ein Hirsch so nahe, wären seine Chancen vermutlich gering! Ebenso unterhaltsam sind die beiden zutraulichen Vögel, die meinen Zimmerkollegen Sandro Viletta und mich jeden Morgen vor dem Fenster begrüssen, weil sie gefüttert werden wollen! Auf diese Ablenkung und nach dem Ausharren von gestern folgte mit dem heutigen Training nun die erste Erlösung. Bleibt noch die Spannung vor dem Rennstart am Samstag!

 

 

 

16. November 2011

Mein Saisonstart  in Levi wurde wegen Schneemangels verschoben. Das fand ich schade. In Levi fühlte ich mich in den letzten Jahren immer sehr wohl und konnte jeweils ein gutes Gefühl  gewinnen und Vertrauen tanken. Aber dieses Jahr hätten wir Grasski gebraucht, da es überhaupt keinen Schnee gab. Nun muss ich mich noch ein wenig länger gedulden, bis ich das erste Weltcuprennen in Aspen, im US-Bundesstaat Colorado, in Angriff nehmen kann. Aber als erstes ein Rückblick auf meine Vorbereitungsphase: Im Mai ging ich für drei Wochen nach Sierra Nevada, dem spanischen WM-Ort von 1996, und absolvierte dort jeweils fünf Tage Schneetraining, bis wir uns dann am Wochenende mit dem Rennvelo auf den Weg ans Meer begaben und dort zwei Tage die Sonne, den Strand und das Meer genossen. Es war eine neue Erfahrung, bereits im Mai wieder auf dem Schnee zu stehen, doch es herrschten wirklich noch gute Bedingungen und vor allem waren wir fast die einzige Mannschaft dort, abgesehen von den Spaniern, so konnte ich in aller Ruhe trainieren. Anschliessend verbrachte ich einige Wochen in Magglingen, wo ich auch die ersten fünf Wochen der Spitzensport-RS begann. Ich habe mich entschieden, den Weg der Spitzensport-RS einzuschlagen, damit ich noch professioneller werden kann und stets die guten Trainingsbedingungen und vor allem die Atmossphäre in Magglingen geniessen kann. Ich fühle mich dort sehr wohl, weil ich merke, wie alle ein sportliches Ziel verfolgen und alles dafür tun, um dies zu erreichen.
In der Spitzensport-RS galt es, Disziplin zu lernen, viel Geduld zu haben und im Schiessen treffsicher zu sein. Nächsten Frühling werde ich den zweiten Teil der Spitzensport-RS absolvieren, dafür werde ich 13 Wochen in Magglingen sein, die Zeit kann ich vor allem für das Konditionstraining nutzen.

In den Konditionstrainingseinheiten wurde viel geschwitzt. Ich habe Gewichte gestemmt, bin Kilometer gefahren, habe auf Gymnastikbällen balanciert, Emmentaler Käse gerollt und sogar mit Leo Held, dem Ex-Judotrainer von Sergei Aschwanden, gekämpft.
Gestärkt flog ich nach Neuseeland, es herrschten sehr gute Trainingsbedingungen, ich konnte 21 Skitrainings absolvieren. Als Vergleich bestritten wir Rennen, wo ich Neuseeländische Slalommeisterin wurde. Zur Belohnung schenkte ich mir einen Fallschirmsprung aus dem Flugzeug. Das Skydive-Erlebnis war eine tolle Abwechslung.
Zuhause folgte ein dreiwöchiger Konditionsblock, den ich wieder in Magglingen verbrachte. Dann bestritt ich Skitrainings auf den Schweizer Gletschern, eine Woche in Zermatt und zwei Wochen in Saas-Fee, wo wir auch auf der vereisten Piste trainieren konnten und ich ein sehr gutes Gefühl bekam.
Anschliessend holte ich in einem zweiwöchigen Konditionstraining den letzten Schliff für die neue Skisaison. Ich habe die Zeit zuhause nochmals intensiv genutzt und genossen, denn wer weiss, wann ich wieder solange zuhause sein werde.
Weil das Rennen in Levi am 12. November abgesagt werden musste, sass ich schon einige Tage früher als geplant im Flugzeug nach Amerika.  
Dort hat es genügend Schnee, so dass die Weltcupsaison für mich beginnen kann.

 

 

26. Oktober 2011

In diesem Frühling bin ich neu in die Weltcupgruppe 4 aufgestiegen und durfte beim Training im Sommer viel Neues lernen und miterleben. Es war für mich eine neue Situation, in die ich mich zuerst hineinleben musste. Durch den Sommer hatte ich wieder mit meinen Rückenproblemen zu kämpfen, die ich aus der letzten Saison mitgenommen habe. Mit Therapie und gezieltem Rumpftraining bekam ich alles soweit in den Griff.
Seit April versuchte ich, so viele Praktikumstage wie möglich zu absolvieren, was nicht immer so einfach war. Obwohl die Arbeit immer eine gute Abwechslung zum Training ist, war es eine sehr harte Zeit, alles unter einen Hut zu bringen. Zum Glück absolvierte unser Team die Skitrainings in der Schweiz, so hatten wir «kurze» Reisezeiten und ich konnte «viele» Praktikumstage erfüllen. Von Montag bis Freitag war ich jeweils in Saas Fee oder Zermatt auf den Gletschern, und am Wochenende arbeitete ich meistens an der Réception im Hotel Bänklialp in Engelberg. Am Freitag, 7. Oktober 2011, begann für mich die «Winterpause», was meine Ausbildung betrifft.
Eine Woche vor dem Saisonstart trainierten wir Riesenslalom in Saas Fee. Dort wird die «Weltcuppiste» jeweils extra für uns mit Wasser präpariert, so dass wir ähnliche Bedingungen vorfinden, wie wir sie an den Weltcuprennen antreffen - sehr eisig und hart.
Auf dieser Piste fanden am Samstag, 15. Oktober 2011, die Qualifikationen für den Saisonauftakt auf dem Rettenbachgletscher in Sölden statt. Bei jedem Lauf hatte ich ein gutes Gefühl... es brachte mir alles nichts, denn von vier absolvierten Läufen schied ich vier Mal aus. Etwas, das bei mir eigentlich selten vorkommt. Ich glaube aber, dass das auch mal sein muss.
Anschliessend fuhren wir direkt an den Abgabetag in Dübendorf, um die neuen Kleider für die Saison abzuholen. Es ist jedes Mal ein cooler Tag, weil ich immer sehr gespannt bin, welche Farbe die Kleider haben und was wir alles bekommen.

Das Rennen von Sölden habe ich zu Hause vor dem Fernseher mitverfolgt und meinen Landsleuten die Daumen gedrückt. Schade, dass es Carlo Janka nicht auf's Podest geschafft hat.
Vielleicht ist es sogar von Vorteil, dass ich am ersten Rennen der Saison nicht dabei war. So kann ich mich jetzt voll und ganz auf den ersten Slalomeinsatz vorbereiten. Dieser findet am 13. November in Levi (Finnland) statt. Seit 2004 ist Levi Austragungsort von alpinen Weltcupslaloms der Damen. 2006 wurde auch erstmals ein Herrenrennen auf der Piste «Levi Black» ausgetragen.
Ich freue mich sehr auf diese Herausforderung und das erste Mal von Beginn weg im Weltcup dabei zu sein.
Bis zum nächsten Mal, sonnige Grüsse aus Nidwalden

Reto

 

 

24. Oktober 2011

Die Schwingfeste 2011 sind passé und ich befinde mich in der zuckersüssen trainingsfreien Zeit. Für diese Wochen will ich mir zwar nie viel vornehmen. Ich will einfach nur ausspannen, endlich den immer wieder aufgeschobenen Zahnarztbesuch hinter mich bringen, die schon lange liegengebliebene Post erledigen und Freunde besuchen, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Ich möchte durchs Berner Oberland wandern, mit meinen Fanklubmitgliedern einen gemütlichen Tag verbringen, Zeit mit meiner Familie geniessen und wenn’s noch drin liegt, mit einem guten Freund auf die Jagd gehen und eine Gewerbeausstellung in der Region besuchen… und schon ist wieder Ende Oktober.
Nein, die trainingsfreie Zeit ist definitiv nicht die Ruhigste. Aber sie gibt mir den nötigen Abstand zum sonstigen Tramp und bietet auch Gelegenheit, danke zu sagen und einen Rück- und einen Ausblick zu machen.
Rückblickend auf die vergangene Saison halten sich Erfolg und Enttäuschung in etwa die Waage. Zwar habe ich mit drei Saison-Siegen eine sehr erfolgreiche Saison hinter mir und mit dem Sieg auf dem Brünig habe ich mir einen riesigen Traum erfüllen können. Andererseits ist die persönliche aber auch die Berner-Team-Niederlage beim Saison-Höhepunkt am Unspunnen-Schwinget in Interlaken sicher noch nicht ganz verdaut. Deshalb gilt es für mich, auch im Hinblick auf das kommende Wintertraining und im Ausblick auf die Saison 2012 wieder hart an mir zu arbeiten und fokussiert zu trainieren.

Ich nehme mir vor allem im schwingtechnischen Bereich noch viel vor, weil ich dort für mich noch Potenzial sehe. Ich möchte meine Technik verbessern um künftig auch gegen defensiv eingestellte Gegner besser gewappnet zu sein.
Dass ich mich derart umfangreich auf den Sport konzentrieren kann, verdanke ich meinem Umfeld und meinen Partnern, denen an dieser Stelle ein grosses Dankeschön gebührt. Ohne einen verständnisvollen Arbeitgeber, ein starkes persönliches Umfeld, tolle Partner sowie meine Trainer und Betreuer, wäre der ganze Aufwand gar nicht zu bewältigen.

Ich wünsche weiterhin goldige Herbsttage!

Herzliche Grüsse, Mättu Sempach

 

 

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31. August 2011

Nach zwei tollen Trainingswochen in Ushuaia führte uns unsere Reise weiter in den Norden Argentiniens. Wiederum stand dabei ein Zwischenstopp in der Riesenmetropole Buenos Aires an, wo wir zunächst einen Pausentag einlegten. Da in Buenos Aires sonntags jeweils Markt ist, schlenderte ich fast den ganzen Tag durch die Strassen. Abends genossen wir noch ein gutes Abendessen in einem schönen Restaurant, bevor es am nächsten Morgen in aller Frühe wieder zurück zum Flughafen ging.Nach einem verhältnismässig kurzen Flug in Mendoza angekommen, stand uns schliesslich noch eine siebenstündige Busfahrt bevor. Sie führte uns durch karge, kaum besiedelte Landschaft fern ab der Zivilisation. Alles was es dabei zu sehen gab, waren einige weidende Rinder und wenige kleine Höfe.
Passstrassenähnlich führte die Fahrt zum Schluss in die Sackgasse Las Leñas. Zu meinem grossen Erstaunen ist hier alles recht übersichtlich: ein paar Hotels, ein kleiner Supermarkt und ein Skigebiet. Aber das Skigebiet allein schien die lange Reise wert gewesen zu sein.
In Las Leñas stehen Abfahrt und Super-G auf dem Programm. Vom Hotel aus geniesst man einen direkten Ausblick auf die Trainingsstrecke, die einen Steilhang, einen Sprung und mehrere Übergänge umfasst. Aus der Ferne wirkte die Strecke recht anspruchsvoll auf mich, und so war ich denn am nächsten Tag auch etwas angespannt vor der ersten Fahrt. Die Anspannung legte sich aber schnell, und nach einigen Fahrten kam ich bereits ganz gut mit der Piste zurecht.

Die Bedingungen hier waren während den ersten Tagen ideal, um sich an die hohen Tempi zu gewöhnen. Die Piste wurde von Tag zu Tag kompakter und die Kurssetzung etwas schneller. Optimale Verhältnisse, um sich auf den Winter vorzubereiten!
Leider kam in den letzten Tagen der Winter zurück, und es gab gegen 40 cm Neuschnee. So mussten wir oft die Piste rutschen gehen, oder wir fuhren einige Gleitkurven. Ich hoffe nun, dass das Wetter in den letzten Tagen mitspielt und wir Ende der Woche mit super Skitagen im Sack zurück in die Schweiz reisen können.

 

 

24. August 2011

Die Trainingstage gehen hier im Süden von Argentinien wie im Flug vorbei. In den letzten Tagen konnten wir unser Training wie geplant absolvieren und in Riesenslalom und Super-G an unserer Technik feilen. Das Wetter spielt mit und die Pistenverhältnisse sind optimal. Es ist natürlich super, dass wir hier in Ushuaia bei winterlichen Bedingungen (-10° Grad) unser Material optimal abstimmen können. Dies setzt jedoch auch seitens des Betreuerstabs ein grosses Engagement voraus.
Um mein Material und das meiner Salomon-Teamkollegen Patrick Küng und Ralf Kreuzer ist Franz Nadig bekümmert. Durch die Betreuung dreier Athleten ist dieser natürlich besonders gefordert. Jeder Fahrer hat täglich bis zu vier Paar Ski am Berg, die am Abend bis spät in die Nacht hinein wieder hergerichtet werden müssen. Um Zeit zu sparen, ist Franz mit einigen anderen Betreuern direkt im abgelegenen Skigebiet Cerro Castor einquartiert. Kommen wir nach unserer allmorgendlichen Fahrt vom Hotel im Skigebiet an, steht unser Material perfekt präpariert und mit teilweise individuell vorgenommenen Anpassungen bereit. Als kleine Gegenleistung wird Franz von uns Athleten mit seinen Einkaufswünschen beliefert. Seine Einkaufsmöglichkeiten im Skigebiet sind im Vergleich zu unseren in der Stadt ziemlich eingeschränkt.

Natürlich sind wir hier in Südamerika auch körperlich ziemlich ausgelastet, sei es auf dem Schnee oder im Konditionstraining. Deshalb sind wir natürlich auch froh Philippe Pellet, unseren Physiotherapeuten, bei uns zu haben. Zwickt‘s mal hier und mal dort, ist er der Mann, der meistens Abhilfe schafft. Er lockert die angespannte Muskulatur oder knetet Verhärtungen raus, und das für insgesamt neun Athleten. Auch dies bedeutet meist Überstunden. Oft ist sein Tisch auch noch nach 22.00 Uhr belegt. Dennoch ist er morgens einer der ersten auf der Trainingsstrecke, denn als Physiotherapeut ist er gleichzeitig auch immer für die Startorganisation zuständig.

Neben den Serviceleuten und Phisyotherapeuten besteht der Staff noch aus Ski- und Konditionstrainern, einem Rettungssanitäter sowie Skischuhserviceleuten von verschiedenen Skifirmen. Damit wir ein optimales Training absolvieren können, braucht es im Hintergrund einige fleissige Bienen. Mit grossem Einsatz und viel Professionalität unterstützen uns all diese Leute bei der optimalen Vorbereitung auf die kommende Saison.

Aus Ushuaia Vitus Lüönd

 

 

16. August 2011

Begonnen hat die Reise nach Ushuaia, wo wir uns für einen Monat auf dem Schnee für die kommende Skisaison vorbereiten, am Nachmittag des 5. August. Mit wenig Gepäck bepackt trafen wir uns am Flughafen Kloten. Ski und ein Grossteil unseres Gepäcks befanden sich zu diesem Zeitpunkt bereits mit Trainern und Serviceleuten auf dem Weg nach Argentinien. Für uns führte die Reise dann über Madrid nach Santiago de Chile und schliesslich nach Buenos Aires. Es war das erste Mal, dass ich über den grossen Teich flog.

In Buenos Aires angekommen, checkten wir im Hotel ein, worauf wir einer Einladung der Schweizer Botschaft folgten. Ich musste rasch feststellen, dass auf den Strassen von Buenos Aires ein ziemliches Chaos herrscht! Vortritt hat einfach, wer mehr Mut hat! Nach gemütlichem Apéro in der Botschaft, wo zufälligerweise noch die Handball-U19-Nati vorbeischaute (U19-WM in ARG vom 10.8 – 20.8), wurden unsere Medaillengewinner von Vancouver vom Botschafter geehrt. Ziemlich müde und mit Jetlag in den Knochen ging ich schliesslich in einer der grössten Städte der Welt erschöpft zu Bett.

Am nächsten Morgen flogen wir von Buenos Aires nach Ushuaia an unser erstes Trainingsziel. Beim Anflug herrschte herrliches Wetter, und wir genossen einen herrlichen Ausblick über das tief verschneite Skigebiet, in dem wir die kommenden zwölf Tage trainieren würden. Bei der Ankunft am Flughafen stand ein Shuttlebus bereit, der uns ins Hotel brachte, wo Trainer, Serviceleute und Gepäck bereits auf uns warteten. Meine Teamkollegen meinten, dass es nicht selbstverständlich sei, dass mit der Reise und dem Gepäck alles so reibungslos funktionierte. Nach der langen Reise war ich nun froh, am Ziel angekommen zu sein.

Nach einer 30-minütigen Busfahrt am nächsten Morgen war ich endlich zum ersten Mal im Skigebiet. Es sah tief winterlich aus, und bereits auf den ersten Blick schien es, als hätten die Pisten einiges zu bieten. Nach einigen Fahrten zur Gewöhnung an den Schnee machten wir schon die ersten Riesenslalomläufe. Das Skigebiet und die Schneeverhältnisse gefallen mir sehr gut. Ich bin überzeugt, dass wir hier, sollte auch das Wetter mitspielen, sehr gute Trainingstage absolvieren werden.

Aus Feuerland

Vitus Lüönd

 

12. Augst 2011

Mit dem Sieg auf dem Brünig ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen. Ich bin stolz, dass ich auf der Siegerliste vom Brünig-Schwinget sein darf, denn nach den eidgenössischen Anlässen: dem Unspunnen, dem Kilchberg-Schwinget und dem «Eidgenössischen», ist der Brünig-Schwinget für mich das grösste Fest mit dem höchsten Stellenwert. Ich freue mich aber auch über unsere Mannschaftsleistung. Wir Berner sind stark aufgetreten und hatten die anderen Teilverbände recht gut im Griff.

Nach diesem Sieg machte sich bei mir eine Genugtuung und Zufriedenheit breit. Ich habe die Gratulationen genossen und konnte noch Tage danach kaum glauben, was mir gelungen ist. Aber nur eine Woche nach diesem fantastischen Tag galt es für mich, die gesamte Konzentration für das Kantonale in Oberdiessbach wieder aufzubauen. Da war nicht lange Zeit, um sich auf den Lorbeeren auszuruhen und ich musste mich schon etwas zwingen, um die Spannung wieder aufbauen zu können. Schliesslich bin ich mit meinem zweiten Rang in Oberdiessbach aber sehr zufrieden und ich freue mich für Kilian über seinen Kranzfestsieg.

Jetzt gilt es, die volle Konzentration auf dem Saisonhöhepunkt, den Unspunnen-Schwinget, zu richten. Bis dahin dauert es nicht mehr lange. Ich nutze die verbleibende Zeit bis zum 4. September mit Trainingseinheiten im Schwingkeller, gezielten Kraftübungen und meiner Arbeit in der Metzgerei. Ende August beginne ich zudem meine Weiterbildung als Landwirtschaftlichen Betriebsleiter an der Rütti in Zollikofen. Für Ablenkung ist also gesorgt.

Ich freue mich, wenn ihr mir am 4. September die Daumen drückt und hoffe, dass ich bis dahin gesund bleibe und meine Leistung am Tag X abrufen kann.

Herzliche Grüsse, Mättu

 

 

14. Juli 2011

Es war ein Auf und Ab im letzten Monat. Am Mittelländischen in Zollikofen platzierte ich mich zwar auf dem guten zweiten Schlussrang aber schon dort verspürte ich starke Nackenprobleme, die mich auch nach einer Woche Pause nicht losliessen. Nichtsdestotrotz, versuchte ich an meinem Heimfest, dem Oberaargauischen in Rumisberg, erneut mein Bestes. Nach einer Startniederlage gegen den starken Innerschweizer Gast Philipp Laimbacher, rollte ich das Feld von hinten auf und konnte das Fest auf dem Platz 1c beenden – der erste Festsieg im 2011 war im Trockenen und ich freue mich sehr über diesen Sieg!

Die Freude war leider nur von kurzer Dauer denn mein Nacken zwang mich erneut, auf meinen Körper zu hören und einen Gang herunterzuschalten. Deshalb beschloss ich, auf den Bergschwinget am Schwarzsee zu verzichten und eine dreiwöchige Wettkampfpause einzulegen. Nach x-Terminen mit Physiotherapie, MRI und Chiropraktikern, fühlte ich mich Anfang Juli wieder fit für den Wettkampf am Innerschweizer Schwingfest in Küssnacht. Hier gings gleich weiter mit der Berg- und Talfahrt. Nach einem super Start am Vormittag lag ich voll auf Kurs und fühlte mich so richtig wohl in der schönen Arena am Fusse der Rigi. Im fünften Gang verlor ich dann aber platt gegen Ulrich Andreas, was mir den Einzug in den Schlussgang verunmöglichte. Ich habe sehr offensiv geschwungen und weiss, dass ich in diesem Gang ein grosses Risiko eingegangen bin. Trotzdem war ich am Abend nicht enttäuscht, denn ich konnte den ganzen Tag schmerzfrei schwingen und habe mir den begehrten Innerschweizer Kranz bereits zum zweiten Mal aufsetzen lassen dürfen.

Ein Schwingfest folgt jetzt dem nächsten. So reiste ich letzten Sonntag kerngesund und topmotiviert ans Oberländische nach Reichenbach. Kilian Wenger war der meistgenannte Favorit auf den Tagessieg im Oberland und im vierten Gang traf ich auch tatsächlich auf meinen Freund und Trainingspartner, König Kilian. Nachdem ich diesen Gang gewinnen konnte ahnte ich langsam, dass an diesem Tag alles zusammenpassen könnte. Der Reihe nach konnte ich alle Gänge für mich entscheiden und das Fest mit einem tollen Notenblatt gewinnen.

Jetzt hoffe ich, die gute Form und den positiven Schwung weiter in die nächsten Wettkämpfe nehmen zu können. Es stehen noch die beiden Bergfeste Weissenstein und Brünig sowie das Rangschwinget auf der Engstlenalp an, bevor es im August ans Berner Kantonale geht, wo ich als Titelverteidiger antreten werde.

Auf Einladung meines Hauptsponsors Emmentaler Switzerland durfte ich kürzlich zusammen mit den gesponserten Ski-Athleten die Thuner Seespiele besuchen. Die eindrückliche Kulisse, die packenden Melodien und die rührende Geschichte von der Käserei in der Vehfreude sind den Besuch dieses Open-Air-Musicals auf jeden Fall wert! «Gotthelf – das Musical» möchte ich an dieser Stelle wärmstens weiterempfehlen!

Ich wünsche euch weiterhin einen guten Sommer!

Mättu Sempach

 

 

1. Juni 2011

War das ein Gaudi bei der Käse-rollmeisterschaft an der Bea! Was so einfach aussieht, war in Wirklichkeit aber ziemlich anstrengend und nur dank Glück und dem Ansporn des tollen Publikums konnte ich den lustigen Wettkampf für mich entscheiden. Nach diesem amüsanten Tag galt es aber auch, sich auch auf die kommenden Schwingfeste zu konzentrieren.

Die ersten zwei Kranzfeste der Schwingsaison 2011 gehören jetzt bereits der Vergangenheit an und die Schwingsaison 2011 ist schon im vollen Gange.

Am Berner Jurassischen Schwingfest in Renan erreichte ich den zweiten Platz. Die Schwingfeste in der Westschweiz sind immer ein besonderes Erlebnis und dieses Jahr ganz besonders. Von T-Shirt bis Winterhandschuhe hätte man an diesem Tag alles gebrauchen können und ich glaube, ich muss mir das Emmentaler-Logo auch noch auf eine Wollmütze aufsticken lassen um künftig für solche Wetterkapriolen auch auf dem Schwingplatz gerüstet zu sein. Es war wirklich das erste Mal, dass ich ein Gang im Schneegestöber geschwungen habe. Nichts desto Trotz: Die Organisatoren haben es hervorragend fertig gebracht, uns Schwingern ein tolles Fest zu bereiten: urchig, mit Treichlergruppe und Jodelgesang und sympathisch, mit aufgestelltem Helferteam und zuverlässigem Organisationskomitee. Auf alle Fälle ein gelungener Anlass, der auch ein guter Beweis dafür war, dass der Röstigraben gar nicht so tief ist, wie manche oft glauben. 

Ende Mai bestritt ich das zweite Kranzfest in Balgach, St. Gallen. Ich war dort mit meinem Kollegen vom Schwingklub Herzogenbuchsee und Kirchberg als Gastschwinger eingeladen. Auf diesen Anlass freute ich mich schon lange! Im 1. Gang stellte ich gegen den ehemaligen Schwingerkönig – Arnold Forrer. Die restlichen Gänge konnte ich zu meinen Gunsten entscheiden. Das Schwingfest beendete ich auf dem dritten Schlussrang. Von der Gastfreundschaft und Fairness in der Ostschweiz war ich sehr positiv überrascht. Ich fühlte mich an diesem Tag fast wie zu Hause und das gut organisierte Fest bleibt mir sicher noch lange in Erinnerung.

Als Gabe habe ich mir von beiden Schwingfesten etwas Typisches aus der Region ausgewählt: Aus der Heimat der Horlogerie durfte ich eine wunderschöne Schweizer Uhr von Paul Picot entgegen nehmen und aus der Ostschweiz drei Talerbecken, im Ton aufeinander abgestimmt. Ich behaupte ja, dass Schwingen im Sägemehl einfacher ist als das Schwingen einer Silbermünze in einem Tonbecken…aber wenn er dann mal schwingt - der Fünfliber - dann ist der Ton herrlich! Und Übung macht ja bekanntlich den Meister – ich bleibe auf jeden Fall dran.

Nach einem dritten und einem zweiten Platz erhoffe ich mir für die nächsten Schwingfeste natürlich noch das Tüpfelchen aufs „i“. Ob‘s mir gelingt? Ich halte euch hier auf dem Laufenden. Die nächsten Anlässe sind am 5. Juni am Mittelländischen Schwingfest in Zollikofen und am 11. Juni am Oberaargauischen Schwingfest in Rumisberg. Danke fürs „Daumendrücken“!

Übrigens: Seit kurzem darf ich Stöckli Outdoor Sports zu meinem neuen Ausrüster zählen. Nebst den tollen Stöckli-Sport- und Freizeit-Textilien komme ich in den Genuss eines Stöckli Bikes und schnellen Stöckli Skiern.

Herzliche Grüsse, Mättu Sempach

 

 

4. Mai 2011

Nume nid gsprängt, s’het gäng no glängt.

Der Start in die neue Schwingfest-Saison naht und ich stecke mitten in den letzten Vorbereitungen.

Es war eine intensive und harte Trainingswoche mit meinen Berner Kumpels in Gran Canaria. Aber ich bin fit und habe mich mit erholsamem Schlaf gut erholt. Jetzt geht’s wieder an die Arbeit. An meinem Arbeitsplatz fühle ich mich puddelwohl. Ich geniesse die kollegiale Atmosphäre im Team, wir haben täglich viel Spass miteinander. Ich schätze diesen Austausch mit meinen Arbeitskollegen und mit den Bäuerinnen und Bauern; in diesen Momenten fühle ich ganz nah am Puls der Landwirtschaft.

Am Mittag geht’s nach Magglingen ins Sportcenter. Für einmal aber nicht zum Trainieren. Ich wurde zu einem Fotoshooting für eine bekannte Tageszeitung gerufen. Für eine Reportage posiere ich mit Valerie Adams, der Weltmeisterin im Kugelstossen. Seit ein paar Wochen absolviere ich mit Adams die von unserem Trainer Jean-Pierre Egger zusammengestellten Koordinationstrainings. Wir verstehen uns blendend - Spassfaktor 10! Es beeindruckt mich immer wieder von neuem, welche Urkräfte diese Frau hat und wie gezielt und motiviert sie diese einzusetzen vermag. Sie ist im Stande, die ganze geballte Kraft innert wenigen Sekunden auf den Punkt zu bringen. Faszinierend! Dass ich im Training mit ihr und mit Jean-Pierre Egger auch noch mein Französisch auffrischen kann, ist ein positiver Nebeneffekt.

Zurück zum Punkt: Ich bin etwas in Eile, am Nachmittag ist ja noch die Delegiertenversammlung meines Hauptsponsors, der Emmentaler AOC. Zur Vorbereitung habe ich verschiedene Bilder bekommen, zwischen denen ich mich vor den Delegierten entscheiden soll. Während der Fahrt nach Luzern visualisiere ich mir diese Bilder noch einmal: Ferrari oder Traktor…Traktor! Ist doch klar…oder doch nicht? Es ist verlockend aber ich weiss, dass mein Herz für die Landwirtschaft schlägt. Einen kurzen Moment zweifle ich auch bei den Bildern: Landwirt oder Schwinger? Beides! Aber das geht nicht – oder doch? Doch, es muss. Einfach schön eines nach dem andern. An der DV ist auch eine Schwing-Show-Einlage geplant. Das Hauptthema der Versammlung ist schliesslich ernst genug, deshalb hoffe ich, die Anwesenden damit etwas zum Schmunzeln zu bringen.

Die Zeit vergeht heute wie im Fluge und meine Mutter hat‘s geahnt, dass ich‘s nicht pünktlich zum Nachtessen schaffe. Im Backofen finde ich ein feines Z’nacht – sie hat es extra für mich aufgehoben. Glück gehabt. Dass ich zu spät esse, muss ich schliesslich selber büssen. Mit einem vollen Magen, trainiert sich’s am Abend nämlich gar nicht gäbig. Bevors ins Training geht, lege ich deshalb noch ein kleines Päuschen auf dem Sitzplatz an der Sonne ein. Tut das gut, und gibt erst noch neue Kraft.

Machen Sie’s ebenso! In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gute Zeit, geniessen sie den Frühling – nehmen Sie sich die Zeit!

 

 

6. April 2011

Die letzten Rennen der Saison sind vorbei. Zeit, ein wenig zurückzublicken, aber vor allem in die Zukunft zu schauen.

Die Stimmung beim Weltcupfinal auf der Lenzerheide hätte beim Slalom trotz Nebel nicht besser sein können. Ein schönes Gefühl, vor heimischem Publikum zum ersten Mal im Weltcup in die Top Ten zu fahren! Marc Ginis Topklassierung zum Saisonabschluss trug natürlich auch zum guten Schweizer Ergebnis bei und macht Lust auf mehr!

Die zwei Schweizermeistertitel im Riesenslalom und Slalom eine Woche später am selben Hang rundeten meine Supersaison ab!

Für mich ist es nun Zeit, wieder etwas für meine Ausbildung zu tun. Ab Anfang April trifft man mich wieder vermehrt an der Reception des Hotels Bänklialp in Engelberg an. Eine willkommene Abwechslung nach fast sechs Monaten «Skiprofi». Über Ostern geniesse ich dann ein paar wohlverdiente Ferientage an der Wärme.

Ich freue mich aber schon jetzt auf das Training in der Weltcupgruppe. Es wird eine besondere Herausforderung sein, den steigenden Trainingsaufwand und meine Ausbildung unter einen Hut zu bringen. Bereits Anfang Mai sind die ersten Trainings geplant.

Da ich in der Weltcupgruppe 4 bei Trainer Reto Schläppi eingeteilt bin, werden die technischen Disziplinen für mich auch in den nächsten Jahren Priorität haben, was in meinem Sinn ist. Es gibt noch viel zu tun, denn das Schnuppern in den Top Ten im Weltcup hat Appetit auf mehr gemacht. Wer weiss, auch mal in einer anderen Disziplin...

Ich wünsche euch eine schöne Zeit und bis bald

Reto

 

 

14. März 2011

Ende Januar reiste ich nach Crans-Montana an die Junioren-Weltmeisterschaften.

Am ersten Renntag musste ich einen kleinen Dämpfer hinnehmen. Im ersten Riesenslalom-Lauf noch auf dem 3. Rang klassiert, rutschte ich mit einer etwas zu zaghaften Fahrt auf den 9. Platz ab. Die Anwesenheit meines Fanclubs im Wallis liess dies aber schnell vergessen.

Zum Hadern blieb eh keine Zeit, bereits am nächsten Tag stand der Slalom auf dem Programm. Nach dem ersten Lauf hatte ich ein «Déja vu». Wieder belegte ich Rang 3 hinter Alexis Pinturault, wie schon im letzten Jahr in Chamonix oder am Vortag im Riesenslalom! Es gelang mir, die aufkommende Nervosität im Starthaus abzulegen und mit einer angriffigen Fahrt die Bestzeit zu erzielen. Nachdem die zwei Führenden wie im vergangenen Jahr scheiterten, stand ich als alter und neuer Junioren Weltmeister fest.

Die Siegerehrung und die Nationalhymne waren erneut ein Highlight und gingen unter die Haut!

Viel Zeit zum Feiern blieb mir aber nicht. Da ich in der Kombinationswertung nach zwei Disziplinen in Führung lag, fuhr ich am nächsten Tag bereits das Abfahrtstraining. Mit einer guten Fahrt im Rennen rechnete ich mir Chancen auf eine weitere Medaille aus. Eine saubere Fahrt und der 29. Schlussrang in der Abfahrt reichten für den zweiten Weltmeistertitel.

Bereits drei Tage später wurde ich, wie im vergangenen Jahr, in meiner Heimatgemeinde mit einem Umzug durch das Dorf und einer anschliessenden Feier geehrt. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank dem Ski Club Hergiswil und der Gemeinde für den herzlichen Empfang!

Nachdem ich anfangs Januar an zwei Weltcupslaloms den 2. Lauf nicht erreicht hatte, hiess das Ziel nun Weltcuppunkte. Dies bedurfte aber zuerst einer logistischen Extraübung.

Beim Abflug des Teams ab Zürich an die Weltcupeinsätze von Bansko in Bulgarien, stand ich als Einziger noch an der Europacup-Superkombi im Südtirol im Einsatz.

Direkt nach der Zieldurchfahrt brachte mich ein Trainer nach München zum Flughafen. Die Zeit war so knapp bemessen, dass ich auf dem Weg per SMS mitgeteilt bekam, dass meine Leistung für den 3. Schlussrang in der Europacupdisziplinenwertung gereicht hatte. Mit etwas Glück und einigen Umwegen fanden wir schliesslich den Flughafen. (An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an unseren Trainerassistenten «Daily» für den super Taxiservice nach München:-)!

Jetzt musste ich aber noch den Check-In überstehen. Dies war mit 6 Paar Skis, sowie einer grossen Reisetasche und einem Rucksack nicht so einfach und erforderte meinen ganzen Charme. Um 19.15 Uhr flog ich zusammen mit drei österreichischen Nachwuchsfahrern nach Sofia. Für einmal war ich froh um die Österreicher, da mein Englischwortschatz verbesserungswürdig ist. Zusammen schafften wir es durch alle Kontrollen am Flughafen, und der Transfer  nach Bansko klappte auch. Um 01.30 Uhr kam ich dann im Hotel an.

Da Zurbriggen, Janka und Viletta nicht mitgereist waren, durften wir «Jungen» auch in der Superkombination fahren. Dort kam es dann zu einer Premiere im Weltcup. Wegen des Wetters fand der Slalom am Vormittag und der Super-G am Nachmittag statt. Nach dem Slalom klassierte ich mich als bester Schweizer auf dem 18. Rang. Dank einer für mich eher überraschenden Fahrt im Super-G konnte ich mich um sechs Plätze verbessern und landete auf dem 12. Schlussrang.

Die ersten Weltcuppunkte!

Einen Tag später fand der Spezialslalom statt. Die gute Startnummer (37) und die schnellen Zwischenzeiten nützten wenig, denn drei Tore vor dem Ziel lag ich im Schnee.  

Bereits eine Woche später hatte ich in Kranjska Gora Gelegenheit, es besser zu machen. Mit einer verhaltenen Fahrt zitterte ich mich in den 2. Lauf.  Als 28. durfte ich zum ersten Mal an einem Finaldurchgang in einem Weltcupslalom starten. Auch im 2. Durchgang gelang mir kein Exploit. Ich verbesserte mich aber trotzdem auf Rang 22. Dies sicherte mir die ersten Weltcuppunkte im Slalom!

Nach bereits 40 Rennen in 10 Ländern freue ich mich auf den Europacupfinal in Spanien und natürlich den Weltcupfinal auf der Lenzerheide.

Bis bald            Reto

 

3. Februar 2011

So, nun geht's an die WM, zum Höhepunkt in diesem Winter. Sehr gespannt bin ich jetzt, wie sich die Pisten in Garmisch-Partenkirchen präsentieren werden. Hat es geschneit? Sind die Pisten gewässert? Man hat eben schon seine Vorlieben. Aber wenn man gut Ski fährt und vorne dabei sein will, sollte man mit allen Verhältnissen zurechtkommen.

Wenn's eisig ist, spürt man den Ski weniger und kann nicht mit Gefühl Ski fahren. Ich habe am liebsten, wenn ich fühle, wie der Ski reagiert. Ausgerechnet an den Olympischen Spielen traf ich Pistenverhältnisse an, die ich am allerwenigsten mag. Und dann konnte man kein einziges Mal von oben bis unten trainieren.

Wenn's eisig ist und nicht extrem unruhig, dann geht's. Aber wenn noch Riesenwellen drin sind, entsteht ein Geholper - solche Bedingungen hab ich gar nicht gern. Wir haben im Januar schon einmal auf den WM-Pisten in Garmisch trainiert. Oder vielmehr: Wir wollten trainieren. Aber es regnete und es lag so wenig Schnee, dass wir nur im Flachen fahren konnten. Dort wo wir das Trainieren am nötigsten gehabt hätten, war die Piste nicht befahrbar.

So bleiben mir die Erinnerungen vom Weltcupfinale im März 2010, wo ich bei Superverhältnissen in der Abfahrt und im Super-G Vierte und Siebente wurde.

Mit dem Saisonverlauf bin ich einigermassen zufrieden. Ich konnte dort anknüpfen, wo ich im letzten Jahr aufgehört hatte. Wie immer habe ich in Lake Louise schlecht angefangen. Im Training war ich einmal Fünfte und einmal Sechste, aber in den zwei Rennen hatte ich Pech: Das eine Mal verpasste ich eine Kurve und das andere Mal beging ich einen Innenskifehler.

Mittlerweile ist es fast so, dass wenn ich im Training gut fahre, klappt's im Rennen nicht - oder umgekehrt. In Cortina verlor ich im Training vier Sekunden und verpasste dann das Podest mit Rang fünf nur um zwei Zehntelsekunden.

Auch in Val d'Isère lief es ausgezeichnet. Dort habe ich definitiv wieder Frieden geschlossen mit jener Piste, auf der ich vor einem Jahr über den 30. Rang nicht hinausgekommen war. Manchmal läuft's, manchmal halt nicht.

Zwei Podestplätze sind ja meistens schon durch Lindsey Vonn und Maria Riesch besetzt. Unschlagbar sind auch sie nicht, aber um sie zu bezwingen, muss man schon sehr gut fahren. Sie sind nun einfach das Mass der Dinge, und sie werden es auch an der WM sein. Deshalb wird es extrem schwer, in Garmisch eine Medaille zu erringen. Die zwei sind einfach immer vorne dabei, dazu muss man immer auch mit Anja Pärson rechnen. Und auch Julia Mancuso wird immer stärker. Vonn, Riesch und Pärson waren ja auch bei der WM-Hauptprobe im März 2010 vor mir.

Es wird also hart. Trotzdem ist ein Medaillengewinn nicht unmöglich. Die Chancen sind realistisch, sowohl für Lara, Dominique, Fabienne und mich. In Val d'Isère hat mein Servicemann Olivier Pellaton so beiläufig gesagt, er präpariere ja die Ski immer nur bestenfalls für einen dritten Platz. Und ausgerechnet dort bin ich Zweite geworden - hinter Lindsey Vonn.

Die Ausgangslage von uns Schweizerinnen ist gar nicht so schlecht, wir sind in einer Aussenseiterrolle und können nur gewinnen. Vor allem für eine Maria Riesch wird es in Garmisch sehr schwer. Von ihr werden dort Medaillen erwartet, und da ist die Coolness bewahren die grösste Kunst. Garmisch ist keine einfache Abfahrt, man kann dort nicht einfach runterfahren und eine Medaille abholen. 

 

 

26. Januar 2011

Die bisherige Saison verläuft für mich leider nicht sehr gut. Eine schwierige Zeit. Dass ich mich noch nie für einen zweiten Slalom-Lauf qualifizieren konnte, lässt Fragen offen und Zweifel aufkommen.

Jeden Morgen sage ich mir: «Heute ist der Tag gekommen, an dem sich das Blatt wendet.» Und dann setzt es trotzdem immer wieder eine Niederlage ab.

Der Druck ist ständig da. Ich weiss, dass ich jetzt sehr schnell zeigen muss, was ich kann. Mein Körper ist angespannt, mein Geist auch, und gleichzeitig sollte ich entspannt die Rennen fahren können, um wirklich schnell und schneller ins Ziel zu kommen. Voilà, das ist der Teufelskreis, in dem ich stecke!

Finnland, USA, Frankreich, Österreich, Kroatien, Slowenien und Italien; in all diesen Ländern war ich seit Anfang dieses Skiwinters, die schönen Bilder und tollen Stimmungen von dort helfen mir, auch Positives in meinen Alltag zu bringen und die schlechten Resultate etwas zu vergessen.

Ich danke ganz herzlich all jenen, die weiterhin an mich glauben, mich unterstützen und mir die Daumen drücken. Ich hoffe ganz fest, dass ich euch alle bald wieder mit guten Resultaten begeistern kann.

 

 

21. Dezember 2010

Nach dem Engelberg Wochenende einen Blog zu schreiben gehört nun wohl nicht unbedingt zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Zu oft musste ich nach dem schlechten Abschneiden Red und Antwort stehen, Tips und Ratschläge anhören und so ganz den Durchblick über meine eigenen Gedanken hatte ich auch nicht mehr.

Da hilft mir meistens wieder der Rückzug in die Natur, mal die Sau rauslassen im Schnee, ganz alleine.

Das habe ich am Sonntagabend gemacht, der Mond hat die Schneelandschaft in zauberhaftes Licht gehüllt und die Auseinandersetzung mit mir selber hat gut getan!

Der Spitzensportler in mir gibt mir dann wieder die richtigen Weisungen und die Klarheit, dass es nichts umsonst gibt und auch wenn es mal wieder zäh läuft,  die Änderungen und die Umsetzung kann nur mir selber gelingen.

So werde ich am Dienstag und Mittwoch in Engelberg trainieren. Das Bewegungsgefühl, der Spass und die Natürlichkeit stehen im Vordergrund. Das Vertrauen in meine Technik ist die Basis für kommende Erfolgserlebnisse.

Dann freue ich mich natürlich auf die kurze aber intensive Weihnachtszeit im Kreise der Familie, denn danach kommt auf jeden Fall wieder eine intensive Zeit auf mich zu.

Zu weit voraus planen will ich aber gar nicht, es zählen die positiven Aktionen in den nächsten Tagen und der Rest wird sich dann ergeben.

Die Saison ist aber noch lange und da ich körperlich topfit bin und sehr motiviert, ist noch einiges möglich!

Wünsche allen ein schönes Weihnachtsfest!

Andreas

 

 

8. Dezember 2010

Bereits bei den Saisonvorbereitungen im Sommer habe ich mir zum Ziel gesetzt, bei den Europacuprennen Ende November in Norwegen und Schweden dabei zu sein. Nachdem ich mich dafür in den internen Trainings Anfang November qualifiziert hatte, freute ich mich darauf, zum ersten Mal mit dem Flugzeug an Skirennen zu reisen.

Doch zuvor standen, so praktisch zum Aufwärmen, noch drei FIS-Rennen in Zinal auf dem Programm. Diese haben mir gezeigt, dass ich mit den Schnellsten mithalten kann, fuhr ich doch in zwei von drei Rennen im ersten Lauf Bestzeit. Leider fiel ich dann jeweils im zweiten durch zum Teil grobe «Schnitzer» auf der Rangliste zurück.

Früh aufstehen hiess es für uns am Abflugtag. Schon um 07.00 Uhr startete unsere Maschine nach Oslo. Die Trainer und Serviceleute waren bereits mit den Bussen und unserem Material einen Tag vorher abgefahren und holten uns am Flughafen ab. Nach einer vierstündigen Fahrt erreichten wir Funäsdalen, wo wir einquartiert waren und auch während zwei Tagen trainierten.

Zuerst standen zwei Riesenslaloms im norwegischen Trysil auf dem Programm. Bei frostigen minus 16 Grad hatte ich etliche Probleme, meine Füsse warm zu halten.

Mit der Startnummer 46 startete ich zu meinem ersten Europacupeinsatz dieses Winters, mit dem Ziel, in die ersten 30 zu fahren. Rang 24 erreichte ich. Mit der zwölftschnellsten Zeit im zweiten Durchgang gelang mir eine Verbesserung auf den 17. Platz. Für den Anfang nicht schlecht...

Diese Klassierung bedeutete, dass ich bereits am anderen Tag beim zweiten Rennen mit der Nummer 19 starten konnte. Doch leider gelangen mir keine optimalen Läufe. Ich klassierte mich auf Rang 20 und verpasste mein Ziel, einen Platz in den Top 10, deutlich.

Mit zwei weiteren Trainingstagen in Funäsdalen bereiteten wir uns auf die Europacupslaloms im schwedischen Are vor. Doch leider kam dann alles anders: Nach dem tragischen Unfall unserer Trainer, Reto Nydegger, Steve Locher, Curdin Fasser und Werner Zurbuchen wurde das erste Rennen abgesagt.

Für uns Athleten war dies ein ziemlicher Schock, kamen wir doch nur ca. 20 Minuten nach dem Unglück zur Unfallstelle. Aber eigentlich möchte ich über dieses Ereignis nicht viele Worte verlieren, da darüber schon sehr viel geschrieben und ausführlich in den Medien berichtet wurde.

Ich persönlich war froh, dass das erste Rennen abgesagt wurde. Die Gedanken an unsere verletzten Trainer und deren zum Teil kritischen Zustand hätten es mir kaum erlaubt, eine Spitzenleistung zu erbringen.

Die Solidarität seitens der Organisatoren und der anderen Mannschaften hat mich sehr überrascht. Sie liessen uns Schweizer Athleten frei darüber entscheiden, ob das zweite Europacuprennen ausgetragen werden sollte oder nicht.

«Ohne Schweizer fahren wir kein Rennen!» Das sagten die Teamverantwortlichen der anderen Nationen einstimmig. Dies beeindruckte mich, hatten doch die meisten Mannschaften eine lange Anreise in Kauf genommen und wären doch bereit gewesen, ohne Rennen wieder abzureisen.

Wir Schweizer Athleten haben uns an diesem Nachmittag Gedanken gemacht und diskutiert, was für uns die beste Lösung wäre. Als wir dann die Info erhielten, dass der Zustand von Steve und Curdin «stabil» war, entschlossen wir uns, am kommenden Tag an den Start zu gehen.

Mit fünf Fahrern in den ersten 30 schlossen wir als Mannschaft sehr gut ab. Nur die Schweden, die praktisch mit dem gesamten Weltcupteam am Start waren, konnten noch mehr Fahrer in den Punkten klassieren. Dass Marc Gini das Rennen gewinnen konnte, war das «Tüpfchen» auf dem i.

Über meine eigene Darbietung bin ich nur halbwegs glücklich. Das Ziel, im ersten Lauf mit Startnummer 47 in die ersten 30 zu fahren, verpasste ich knapp und klassierte mich auf Platz 34. Im zweiten Durchgang hingegen gelang es mir, noch zehn Positionen gutzumachen, und ich landete auf dem 24. Schlussrang. Dieses Resultat gibt mir die Chance, beim nächsten Europacupslalom bereits mit einer Nummer in den ersten 30 starten zu können.

Im Grossen und Ganzen bin ich sicher zufrieden mit meinen Leistungen in Norwegen und Schweden.

An dieser Stelle wünsche ich Curdin, Reto und Steve gute Besserung, und hoffentlich bis bald wieder auf der Piste!

Liebe Grüsse 

Reto

 

 

23. November 2010

Anfang Dezember geht es in Lake Louise auch für uns Speed-Fahrerinnen mit zwei Abfahrten und einem Super-G los. Man wird extrem oft darauf angesprochen, wies denn so laufe. Ich kann nur immer die gleiche Antwort geben: Ich weiss es wirklich nicht, ich gebe einfach mein Bestes. In den Trainings war ich nie ganz vorne dabei, sondern immer etwa in der Mitte.

Natürlich habe ich auch meine eigene Zielsetzung angehoben, nachdem ich im letzten Winter besonders in der Abfahrt einigermassen konstant gefahren bin. Konstanz wäre auch heuer mein Ziel. Ein gutes Rennen ist eher mal möglich. Aber regelmässig unter die ersten Zehn oder gar ersten Fünf fahren - das ist etwas vom Schwierigsten.

Die Anspannung vor dem Saisonstart ist gross. Das spürte ich - offenbar im Unterbewusstsein - schon vor dem ersten Rennen in Sölden, obwohl ich dort gar nicht dabei war. In der Nacht vor jenem Riesenslalom habe ich davon geträumt: Ich trug die Startnummer 21 und stand noch unten am Skilift, als die Nummer 17 schon unterwegs war. Ich hetzte hinauf, stieg in die Skischuhe, vergass dann aber, die Skisocken anzuziehen. Es entstand eine Riesenpanik - und prompt verpasste ich den Start.

In einem wirklichen Rennen ist mir das zum Glück noch nie passiert. Da bin ich meistens viel zu früh am Start, ich nehme mir gerne Zeit, brauche Ruhe und will keine Hektik. Sonst bin ich manchmal schon eine kleine Chaotin und vergesse Dinge, aber am Start muss alles seine Ordnung haben.

Ein wichtiger Faktor vor den Rennen ist die Materialabstimmung. In dieser Beziehung bin ich nicht immer so gut. Ich spürs zu wenig. Ich kann zwei verschiedene Paar Skis haben und merke zwar einen Unterschied, aber ich kann dann nicht immer sagen, was mir besser passt. Ich wäre eine schlechte Testpilotin, für die Skientwicklung bin ich nicht geeignet. Am meisten rede ich mit Nadia Styger übers Material, zumal wir den gleichen Servicemann haben. Als Markenkolleginnen teilen wir uns die Skis.

Änderungen gabs bei den Trainern. Christian Brüesch ging in den Europacup. Für ihn stieg Daniele Petrini zum Disziplinenchef auf, und neu kam Manuel Gamper als Assistent dazu. Das bringt neue Impulse. Auch der neue Cheftrainer Mauro Pini ist oft bei uns und gibt gute technische Tipps, die ich umzusetzen versuche.

Im Zentrum dieser Saison steht die WM in Garmisch, für die ich mich vorerst mal qualifizieren möchte. Bei sieben, acht starken Fahrerinnen ist das keine Selbstverständlichkeit. Wir sind eine Mannschaft mit einem guten Teamgeist, aber wenns um Startplätze geht, sind wir Konkurrentinnen. Man sagte mir, dass es früher Fahrerinnen gegeben haben soll, die im Rennen lieber Vierte und beste Schweizerin wurden als Zweite hinter einer Teamkollegin. So ist es natürlich nicht, dafür haben wir eine zu gute Harmonie im Team.

 

 

8. November 2010

Das erste Rennen der Saison rückt näher, die Spannung steigt vor dem Slalom am Samstag in Levi!

Gerne benütze ich diese Gelegenheit für einen kurzen Rückblick, um über all die Änderungen zu berichten, die seit Ende der letzten Saison stattgefunden haben: Völkl, Lionel, Mauro, neue Ansätze, neue Sichtweisen, neue Trainings...

Der Wechsel auf Völkl war zu Beginn nicht einfach, ich musste mich an die neuen Skis gewöhnen und das Training intensivieren. Die zusätzlichen «Skistunden» motivierten mich sehr und erlaubten mir, Vieles etwas anders «zu fühlen», was sich schlussendlich positiv in allen Belangen auswirkte.  

Mein neuer Trainer Lionel Finance bringt andere Sichtweisen, viele wertvolle Erfahrungen und eine neue Art zu trainieren mit sich – nicht zuletzt spricht er meine Muttersprache. Ich habe Neues gelernt und konnte sehr viel von ihm profitieren. 

Mauro, der neue Cheftrainer von uns Frauen, ist bei seiner Anwesenheit in unserer Trainingsgruppe ein zusätzlicher Coach, seine Inputs, Ratschläge, seine Ruhe und Erfahrungen sind sehr bereichernd - ein Plus für mich und mein Training.

Ich werde in der neuen Saison mit mehr Freude und dafür weniger resultatorientiert an den Start der Rennen gehen. Jede perfekte Kurve soll Sinnbild eines Schrittes nach vorne sein und dazu beitragen, wieder mit den Weltbesten konkurrenzieren zu können.

Ja, und da ist Emmentaler, mein persönlicher Sponsor: Liebes Emmentaler-Team, ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle für eure Unterstützung! Dafür, dass ihr an mich glaubt und mich zu Spitzenleistungen anfeuert! Ich bin stolz darauf, eure Markenbotschafterin zu sein!

Und so starte ich frisch und motiviert nächstes Wochenende in diese Wintersaison – ich freue mich auf spannende Rennen, knifflige Pisten, die Rennatmosphäre und meine Skizirkus-Kolleginnen!

Drückt mir die Daumen!

Eure Aline

 

 

 

 

12. Oktober 2010

Skifahren ist schon seit ich richtig laufen kann meine grosse Leidenschaft. Durch meine Schwester wurde ich 1997 im Alter von fünf Jahren vom Rennfahrervirus angesteckt. Um meine sportlichen und beruflichen Ziele besser zu vereinbaren, habe ich die Swiss Ski Akademie in Brig und anschliessend die Sportmittelschule in Engelberg besucht. Mitte Juli hat nun mein zweijähriges Praktikum an der Réception im Hotel Bänklialp in Engelberg begonnen.

Im vergangenen Frühjahr war ich in der glücklichen Lage, aus mehreren Sponsorenangeboten den besten Kopfsponsor auszuwählen. Meine Wahl fiel auf Emmentaler Switzerland, da ich finde, dass Emmentaler sehr gut zu mir passt. Wie ich, ist der Emmentaler AOC echt schweizerisch, bodenständig und doch innovativ, wie die vielen verschiedenen Sorten zeigen, wovon der «Emmentaler AOC Surchoix» übrigens mein Favorit ist.

Bei uns zu Hause gehörte Käse und vor allem Emmentaler AOC seit jeher immer auf den Tisch, da es ein gesundes und natürliches Nahrungsmittel ist. Ein Grund mehr dafür zu werben!

Zudem verbinden uns die Löcher. Weil ich als Kind ein Wirbelwind war, passierten mehrere Unfälle auf dem Spielplatz. Ich hielt meine Eltern und unseren Hausarzt ziemlich auf Trab. Er durfte alle Löcher an meinem Kopf nähen und meinte einmal: «Dein Kopf sieht schon bald wie ein Emmentaler AOC aus!» Ob er damals schon ahnte, dass ich einst mit einem coolen Emmentaler-Käsehelm auf den Skipisten Europas unterwegs sein werde? In den vergangen Jahren bin ich mit meinen Helmen auf der Piste kaum aufgefallen, doch mit dem speziellen, aber frechen Emmentalerhelm habe ich die Blicke, vor allem die weiblichen, auf sicher!

Ich bin mir bewusst, dass der Weg vom Juniorenweltmeister zum Weltmeister bei «den Grossen» noch steinig und weit ist. Darum nehme ich es wie bisher Schritt für Schritt und versuche, in der nächsten Saison im Europacup mit Klassierungen in den Top 15 im Slalom und Riesenslalom Fuss zu fassen. Wenn ich auf Grund dieser Leistungen Weltcupeinsätze bekommen sollte, freut mich das umso mehr! Die Teilnahme an der Juniorenweltmeisterschaft in Crans Montana, wo ich alles daran setzen werde, meinen Titel im Slalom zu verteidigen, ist sicher auch ein Saisonhöhepunkt. Das Wichtigste ist aber, gesund und verletzungsfrei zu bleiben, denn nur so sind überhaupt Spitzenleistungen möglich. Auf jeden Fall freue ich mich, zusammen mit dem Emmentaler-Team in einen hoffentlich erfolgreichen Winter zu starten!

Bis bald! Reto

 

 

19. August 2010

Das Skifahren ganz sein lassen konnte ich auch nach Abschluss der Saison nicht. Auf Einladung durfte ich eine Woche zum Heli-Skiing nach Kanada - ein grossartiges Erlebnis. Ich bin sicher nicht das letzte Mal dort gewesen.

Als ich dann «beruflich» wieder auf die Ski wollte, machte das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Dabei wären Testfahrten nicht unwichtig gewesen, weil ich einen Schuhwechsel vornehmen muss. Tecnica rüstet in der Schweiz nicht mehr aus. Deshalb probierte ich Lange-Schuhe. 

Genossen habe ich auch eine Reise in die Türkei und nach Griechenland mit Besuch der Akropolis in Athen. Mehr Leiden als Genuss erlebte ich dagegen am Gigathlon in Thun. In unserem Emmentaler-Team absolvierte ich zwei der strengsten Teile mit einmal viereinhalb- und einmal fünfeinhalb Stunden Velofahren über mehr als 3500 Höhenmeter, und das direkt nach einem einwöchigen Trainingslager mit viel Krafttraining. Das war wohl nicht gerade die ideale Vorbereitung. Ich hatte schon immer Respekt vor den Tour-de-France-Fahrern, jetzt noch viel mehr.

Wie schon in den letzten zwei Jahren verbringen wir jetzt die zweite August-Hälfte in Neuseeland. Solche Camps in Übersee bilden eine willkommene Abwechslung zum manchmal eintönigen Gletschertraining. Wir werden hier  in drei verschiedenen Skigebieten trainieren. Solche Trainingslager fördern auch den Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft. Wir wohnen in kleinen Häuschen und kochen selber, mal die einen, mal die andern. Jede von uns hat ihre Spezialitäten, bei mir ist dies wohl mein Gemüsegratain. 

Seit diesem Frühling haben wir mit Mauro Pini einen neuen Cheftrainer. Ich bin überzeugt, dass er einen gutem Job machen wird. Über den Wechsel von Hugues Ansermoz zu ihm habe ich mir nicht viele Gedanken gemacht. Bei solchen Entscheiden können wir ohnehin nicht mitreden. Wir werden vor vollendete Tatsachen gestellt. Wir haben das zu akzeptieren, und das ist okay so. Es gibt viele gute Trainer. Entscheidend ist, was WIR daraus machen. Für mich ändert nicht viel. Ich trainiere weiterhin mit Daniele Petrini; Daniele war schon in den letzten drei, vier Jahren Assistent von Chrigel Brüesch, der nun das Europacup-Team übernommen hat.

Im nächsten Winter steht die WM in Garmisch im Zentrum. Bei der Hauptprobe im März ist es mir mit einem vierten und siebten Rang recht gut gelaufen. Ich werde intensiv trainieren, um mich auch bei schwierigen Bedingungen zurechtzufinden. Um irgendwelche Prognosen zu stellen, ist es aber noch viel zu früh.

 

 

18. August 2010

Nadja Kamer, die beste Schweizer Abfahrerin des vergangenen Winters, macht auch im Sommer kaum Pause: Sie schwingt sich zum Beispiel aufs Fahrrad und nimmt mit ihrem Fünferteam am Gigathlon teil, einer zweitägigen Ausdauerstafette durch die gesamte Schweiz. Ein Erlebnisbericht.

Das Abenteuer beginnt am Freitag, 9. Juli 2010. Ich treffe mich mit meinen vier Teamkollegen – alles ehemalige Skirennfahrer. Als «Team of Five» gilt es Berge, Schluchten, Seen und Ebenen in den fünf Disziplinen Inline, Laufen, Schwimmen, Mountainbike und Rennvelo zu überwinden. Ich bin die Velofahrerin in unserer Gruppe. Die Strecke führt dieses Jahr auch durchs Emmental und so deponiere ich mein Rennrad schon mal in Langnau, im Herzen des Emmentals. Gemeinsam fahren wir anschliessend ins nahe gelegene Thun, wo wir in Zelten übernachten und warten, bis die Sonne aufgeht.

«Catch the sun», so lautet das Motto des diesjährigen Gigathlons. Es ist Samstag, 3.45 Uhr, der Wecker läutet. Nach einem Stück Brot und einer Scheibe Emmentaler AOC gehts los. Um Punkt 6.00 Uhr werden die 1000 Teams auf die Strecke geschickt. Zuerst sind die Inliner dran. Ich mache mich mit dem Zug auf den Weg nach Langnau, wo ich den Stafettenstab als Dritte unseres Teams – nach dem Mountainbiker – übernehmen werde. Ich mustere meine Konkurrenz und sehe, dass ich als Frau auf dem Rennvelo zur Minderheit gehören werde. Kurz nach 10.00 Uhr gehts los. Drei Stunden über die Hügel des wunderschönen, aber kräfteraubenden Emmentals, dann Übergabe an den Schwimmer und wieder zurück an mich. Anschliessend weitere 90 Minuten auf dem Fahrrad, bis ich den Stab unserem Läufer übergebe, der seine 31 km bei Regen und Hagelschauer absolvieren muss. Der erste Tag ist geschafft, die Beine schmerzen.

Sonntag,

11. Juli 2010: Schwimmen, Inlinen und dann meine 1900 Höhenmeter und 128 km auf dem Velo. Zum Glück gibts auf der Strecke auch viele Abfahrten. Hier kann ich meine Erfahrung vom Skifahren voll einbringen und viele Athleten überholen. Das motiviert. Gut 5 Stunden später übergebe ich an den Biker, der den Stab schliesslich an unseren Läufer weitergibt. Dieser absolviert den letzten Abschnitt zurück an den Thunersee. Wir sind erschöpft, aber überglücklich. Und nach zwei Nächten in den Zelten freuen wir uns sehr auf das eigene Bett. Bereits am Montag gehts für mich nach Zermatt auf den Gletscher, wo ich endlich wieder auf den Skiern stehe.

 

 

14. April 2010

Es ist schon einige Zeit her, seit ich die Saison beendet habe. Sobald man mit dem täglichen Training Pause macht und nicht mehr dauernd an der Schanze ist, hat man schnell einen gewissen Abstand zur Saison.

Die Olympischen Spiele waren trotz meiner mässigen Resultate bestimmt das Highlight dieses Winters. Die Stimmung war gewaltig, das Wetter in der Mitte der Spiele traumhaft und der Zusammenhalt im Schweizer Team hervorragend. Natürlich war ich beim geschichtsträchtigen Doppelolympiasieg von Simon hautnah dabei, aber auch die Emotionen in ruhigen Minuten miteinander im Zimmer möchte ich nicht missen.

Lieder lief es mir an der Nordlandtournee überhaupt nicht mehr, obwohl ich die Schanzen gerne mag. Ich konnte meine Stärken gar nicht mehr einbringen und sprang als Schatten meiner selbst. Dies hat mich dann dazu bewogen, auf die Skiflug WM zu verzichten, weil man beim Fliegen wirklich in einer guten Form sein muss.

In den letzten 2 Wochen standen vor allem noch Gespräche und Auswertungen an. Auch nach einer schlechten Saison muss man das Gute vom Schlechten trennen können um zu wissen, wo man wieder daran arbeiten muss.

Diese Zeit zu Hause habe ich mit meiner jungen Familie sehr genossen, ganze Tage mit meinem Sohn zu verbringen und zu sehen, wie schnell seine Entwicklung vorwärts geht, wunderbar!

Wir werden Anfangs Mai wieder mit dem Konditionstraining beginnen und Ende Mai geht es wieder auf die Schanze, hauptsächlich hier in Einsiedeln.

 

 

22. März 2010

Das Ende der Saison rückt näher, nach den Schweizer Meisterschaften werde ich noch einige FIS-Rennen bestreiten – und dann Pause machen.
Dieser Weltcup-Winter glich bei mir einem grossen Wirbelsturm. Ein 16. und ein 17. Platz im Slalom genügten nicht für die Qualifikation für die Olympischen Winterspiele. Ich war sehr enttäuscht. In Solchen Momenten stellt man sich viele Fragen, Zweifel werden zum Begleiter. Ich muss jetzt einfach versuchen, dass mich diese schwierigen Momente für die Zukunft stärker machen.
Warum lief es nicht gut in diesem Winter? Das ist nicht einfach zu erklären. Sicher ist nur, dass sich etwas ändern muss. Es waren ja nicht nur die Resultate, die immer schlechter wurden, sondern auch die Stimmung in der Mannschaft. Das Vertrauen zwischen Athletinnen und Trainer war dann nicht mehr da, und so wurde es noch viel schwieriger, Spitzenleistungen zu erbringen.
Während den letzten Wochen habe ich vor allem versucht, die verloren gegangene Freude am Skifahren wiederzufinden. Das Ziel war, FIS-Punkte zu sammeln, um nächstes Jahr nicht allzu viele Startplätze zu verlieren.

Um wieder Freude an meinem Sport zu haben, bin ich ganz einfach wie ein Tourist auf den Pisten herumgekurvt, keine Tore, keine Zeitmessung, kein Stress. Das war ein grosses Vergnügen!
Im Skirennsport versuche ich heute, mich über jeden Fortschritt zu freuen, jedem Tag etwas Positives abzugewinnen. Das hilft mir, die Ereignisse dieses Winters zu relativieren, und schliesslich werde ich mir bewusst, welches Glück ich habe, diesen Beruf ausüben zu können.
Ich freue mich jedoch darauf, sehr bald die Ski im Keller zu verstauen und weit weg an der Sonne die Energie aufzutanken, die ich brauche, um nicht alles aufzugeben!

 

 

8. März 2010

Mit viel Zuversicht und auch einiger Neugier bin ich nach Vancouver gereist. Die Olympischen Spiele mit dem ganzen Drumherum, den Erfahrungen und den Kontakten, waren ein sehr positives Erlebnis. Nur die Rennen gingen leider daneben.

Warum? Der Knackpunkt war eigentlich schon der erste Tag auf der Piste. Nach Verschiebungen und Warten und Warten konnten wir endlich eine Besichtigung machen. Zu jenem Zeitpunkt sah die Piste wirklich schlimm aus - und gefährlich. Im anschliessenden Training hatte ich das Gefühl, fast bei jedem Tor zu stürzen. Es hatte viele Schläge in der Piste, die Sicht war schlecht - alles war am Limit. Das bestätigten mir selbst Fahrerinnen wie Lindsey Vonn. Obwohl ich mich bemühte, positiv zu denken, war mir schon ziemlich bald klar: Da werde ich kaum etwas «reissen».

In der Abfahrt lief dann auch nichts, vielleicht abgesehen vom obersten Teil. Auch in der Kombi-Abfahrt ging’s in den ersten Toren nicht schlecht. Bis zur Zwischenzeit war ich Dritte. Dann fuhr ich zu direkt auf ein Tor zu - Aus. Im Super-G kam ich leider auch nicht weit. Bei einem Sprung fuhr ich zu direkt. Dann hat's mich ziemlich weit weggespickt - und schon war ich am Tor vorbei.

Darauf musste ich von den Medien einige Kritik einstecken. Ich hatte den Eindruck, dass bei Olympia alles ein bisschen überzeichnet wird - im Positiven wie im Negativen. Anfänglich habe ich die Berichte via Internet gelesen, später aber damit aufgehört.

Kritik kann manchmal verletzend sein. Ich habe versucht, das zu ignorieren und es nicht persönlich zu nehmen. Aber kalt lässt das in Wahrheit niemanden, wenn negativ über einen geschrieben wird. Doch gehört es nun mal dazu, damit muss man leben können. Skifahren ist zum Glück ein Sport, für den sich die Leute interessieren. Von vielen andern Sportarten wird kaum Notiz genommen, obwohl auch dort Grossartiges geleistet wird.

Wenn das Umfeld stimmt und man von Leuten umgeben ist, die einen mögen und gern haben, ist das auszuhalten. Viele schickten mir tröstende SMS und waren froh, dass ich die Abfahrt gesund überstanden habe. So ist es mir relativ gut gelungen, diese drei Rennen zu verarbeiten.

Jetzt versuche ich die Saison noch zu einem guten Ende zu bringen. Der Anfang war schlecht, dann der Januar gut, Olympia wieder weniger - doch insgesamt bin ich recht zufrieden. Ganz zufrieden ist man ja nie, es sei denn, man gewinne praktisch jedes Rennen. Die beiden Podestplätze in Haus und in Cortina waren auf jeden Fall mehr, als ich zu Saisonbeginn erwartet hätte.

Technisch habe ich ebenfalls Fortschritte gemacht. Eigenartigerweise verlernt man manchmal gewisse Dinge wieder. Es gibt Rennen, in denen man super Ski fährt, handkehrum passt zwei, drei Wochen später gar nichts mehr. Das Schwierige ist, die Technik zu stabilisieren. Dafür braucht es Tausende von Wiederholungen. Deshalb sind wir ja auch den ganzen Sommer auf den Skiern und arbeiten dran. Und werden immer weiter arbeiten.

 

 

2. Februar 2010

Der Januar war für mich die bisher schönste Zeit als Skirennfahrerin. Nur die letzten beiden Speedrennen in St. Moritz gingen in die Hosen. Irgendwie beschäftigten mich die Unfälle meiner Kolleginnen im Hinterkopf. Es fehlte nicht viel, und ich wäre ebenfalls «geflogen». Wegen der vielen Schläge auf der Strecke hatte ich Respekt und vielleicht auch etwas Angst. Die Zuversicht auf die Olympischen Spiele habe ich aber nicht verloren.
Im Frühling gehörte ich jener Gruppe an, die mit Cheftrainer Hugues Ansermoz eine Reise nach Vancouver unternehmen durfte, um uns ein bisschen auf Olympia einzustimmen. Vom Gelände konnte ich mir kein richtiges Bild machen, da das Skigebiet nicht präpariert war und weitgehend aus Buckelpisten bestand.
Die Leute, die dort emsig arbeiteten, erzeugten bereits eine Art olympischer Atmosphäre, die auch auf mich übergriff. Da habe ich mir vorgenommen, unbedingt dabei zu sein. Dass ich's geschafft habe, freut mich riesig.
Für die WM in Val d'Isère hätte ich die Qualifikation ja auch geschafft. Aber dorthin durfte ich nicht gehen, da ich trotz einem 6. Platz im Super-G überzählig war. Damals konnte ich noch gut damit leben. Doch wenn ich diesmal die Rennen zu Hause am Fernsehen hätte anschauen müssen, während fast das ganze Team drüben in Kanada gewesen wäre, hätte mir das brutal zugesetzt.
An den letzten Rennen in St. Moritz war ziemlich viel los. Mein Fanclub war vor Ort. Und auch viele andere Schwyzer oder bekannte Gesichter waren da, um uns Schweizerinnen anzufeuern. Ich hätte überall sein müssen, zumal  in unserer Heimat auch sehr viele Medien anwesend waren. Ich versuche, das alles auf natürliche Art zu erledigen und so zu bleiben, wie ich bin. Allmählich muss ich lernen, auch mal nein zu sagen. Sonst kommt die Erholung und das Konditionstraining zu kurz.

Nun geht's schon bald ans Kofferpacken für Vancouver. Wir erhalten ja viele neue Kleider für die Olympischen Spiele, auf die ich mich freue. Persönliche Dinge packe ich nicht viele ein. Ich bin nicht eine, die noch zehn Plüschtierchen in den Taschen verstaut. Ich nehme meistens nur das Nötigste mit. Obwohl an Olympischen Spielen nur die Medaillen zählen, wäre für mich schon ein Diplom sehr viel wert.

 

 

7. Januar 2010

In den nächsten drei Wochen finden sieben Speed-Wettbewerbe statt. Somit führen sieben Wege nach Vancouver - ich versuche einfach, in jedem Rennen alles zu geben. Nach den guten Leistungen meiner Kolleginnen in Val d'Isère ist es für mich nicht einfacher geworden. Fünf Olympia-Plätze sind besetzt. Jenes Mannschaftsresultat hat auch mich gefreut, vor allem für Fränzi und Stygi, obwohl ich nach meinem 30. Platz die Freude vielleicht nicht so zeigen konnte.
Als wir im Januar am ersten Rennort in Haus im Ennstal eintrafen, habe ich ein WM-Schild entdeckt. Ich wusste gar nicht, dass da mal Weltmeisterschaften stattfanden und 2013 wieder stattfinden werden. Bei der letzten WM in Schladming/Haus 1983 war ich noch gar nicht auf der Welt. Dass Erika Hess dort dreifache Weltmeisterin geworden ist, hatte ich nicht präsent. Ich bin eine, die sich extrem auf das Ist und Jetzt ausrichtet.
Meine ganze Konzentration gilt dem jeweiligen Rennen. Abfahrten und Super-Gs sind oft Mutproben, für mich eigentlich immer. Manchmal habe ich sogar ein bisschen Angst am Start - vor allem beim ersten Training. Ich getraue mich nicht, sofort ans Limit zu gehen. Richtig locker startete ich noch nie, obwohl mir die Trainer immer gut zureden. Ich frage mich manchmal: Warum bin ich überhaupt Abfahrerin geworden? Doch war ich in dieser Disziplin immer am schnellsten.
Bei den Abfahrerinnen geht man davon aus, dass sie furchtlos sind. In Wahrheit haben die meisten Respekt. Stürze passieren ja fast jeden Tag, in Val d'Isère waren's in jedem Training drei - da beginnt man schon zu überlegen. Einen Sturz wie jenen von Daniel Albrecht würde ich mir auf jeden Fall nie ein zweites Mal anschauen. Ich selber habe wegen Verletzungen schon zwei Saisons verloren. Aber beide Stürze waren nicht so heftig, dass ich deswegen ein Trauma haben müsste. 

Über die Feiertage habe ich beim Hausumbau unserer Familie in Schwyz etwas Ablenkung gefunden. Laminate verlegen, Böden und Wände abschleifen und im obersten Stock meine eigene Wohnung einrichten - das hat mich auf andere Gedanken gebracht. Zwischendurch tut es gut, vom Rennsport etwas Abstand zu kriegen.

 

 

Mein zweiter Sprung war noch besser, ich hätte mich wohl noch um einige Plätze verbessert, aber leider wurde abgebrochen und ich blieb auf dem 14. Platz stehen.

Das Gefühl des Finalsprunges nehme ich aber auf jeden Fall mit an die Tournee. Dazwischen werde ich erst mal versuchen, mich zu erholen, die Familie zu geniessen und mich körperlich top fit für die Tournee zu machen.
Wie sagt man so schön: Die Saison beginnt eigentlich erst so richtig an der Vierschanzentournee...


16. Dezember 2009

Im ersten Slalom in Levi ausgeschieden, im ersten Riesenlalom in Aspen ausgeschieden. Was bleibt ist ein 17. Platz im Slalom von Aspen.

Ich bin etwas frustriert, dass meine skifahrerischen Leistungen während der Rennen noch nicht meinem Können entsprechen. Ich weiss, dass ich viel besser Skifahren kann. Jetzt geht es in erster Linie darum, mein Selbstvertrauen in den Trainings wiederzufinden, positiv zu denken und an mich zu glauben, ohne die Latte zu hoch zu setzen.

Wichtig ist, dass ich mir so schnell wie möglich mit einem oder zwei guten Resultaten die Qualifikation für Olympia holen kann. Ich werde natürlich auch auf Vancouver angesprochen. Aber dazu sage ich erst etwas, wenn ich diese Quali im Sack habe.

Für die freudigen Momente in der bisherigen Saison haben natürlich die Schweizer Männer gesorgt. Ich bin richtig stolz, dass wir bei Swiss Ski so erfolgreiche Athleten haben. Das sollte durch für uns Frauen wie eine Vitaminspritze wirken!

Eher betrübt haben mich die vielen Ausfälle und Verletzungen von Athletinnen und Athleten. Auf jeden Fall wünsche ich Sandra Gini nach ihrem Kreuzbandriss in Aspen alles Gute und schnelle Genesung.

«We just need to stay positive!» Also immer positiv bleiben. Das ist mein neuer Slogan, denn viel zu oft werden bei mir kleine Hindernisse zu grossen Problemen! Daran muss ich arbeiten.

Jetzt folgen die Festtage, die ich daheim verbringe, bis wir schon kurz nach Weihnachten wieder weiterreisen nach Lienz in Österreich, wo am 28. und 29. Dezember ein Riesenslalom und ein Slalom gefahren werden. Während der Tage daheim kann ich meine Fähigkeiten als Hausfrau ausspielen. Ich koche gerne, ich putze und wasche. Einzig das Bügeln liegt mir gar nicht. Damit ich nicht mit zerknitterten Kleidern herumlaufen muss, sorgt meine Mama -  vielen Dank!

 

Multikulti: Eine Selbstverständlichkeit, wenn man so durch die Welt reist.
Hoffnung: Ohne Hoffnung kann man nicht leben.
Familie: Das wichtigste im Leben.
Kinder: Unbedingt einmal.


Vorbilder:
Keine, probiere das Beste aus mir zu machen!
Lachen: Ohne Lachen geht gar nichts.
Sex: Wichtig und schön.
Kleiderstil: Muss schick und gleichzeitig sportlich sein, ist sehr wichtig. Ich liebe High Heels.
Parfüm: The Beat, Burberry.
Was Männer attraktiv macht: Sie haben, was wir Frauen nicht haben!
Liebe: Wichtig und schön.
Romantik: Nicht immer einfach.
Heiraten: Wird einmal ein Thema sein.
In zehn Jahren: Kinder, ein Haus und natürlich einen Mann! Dazu einen coolen Job!

 

 

1. Dezember 2009

Schon seit mehr als zehn Tagen weilen wir Speedfahrerinnen jetzt schon in Kanada. In Nakiska in der Nähe von Calgary konnte wir uns mit intensivem Training auf den Winter vorbereiten. Sofern es nicht gerade stürmte. Das Wetter wechselt hier sehr rasch.

Auf dem Flug nach Übersee habe ich übrigens 300 Seiten im Buch Twilight gelesen. Bei solcher Lektüre vertiefe ich mich richtig in den Inhalt, ich fühle mit. Und so war ich froh, als ich die letzten Seiten hinter mir und die Realität wieder vor mir hatte.

Das Zimmer teile ich übrigens mit Möne, das ist Monika Dumermuth. Das hat ganz gut gepasst, auch wegen des Jetlags. Denn wir beide sind keine Langschläferinnen, und so musste ich mich morgens um 5 oder 6 Uhr nicht schlafend stellen...

Mittlerweile sind wir von Nakiska weitergezogen nach Sun Peaks, wo die Schweizerinnen ja jedes Jahr Gastrecht haben in diesem von den Österreichern im Hinblick auf die Olympiavorbereitung im Februar exklusiv gemieteten Gelände.

Nach einem skifreien Tag, den ich mit Shoppen, Velofahren, Rumpftraining und Baden verbrachte, ging es zum ersten mal in Kanada auf die Abfahrtskis.

Für mich ist es sehr spannend hier, da ich zum ersten Mal von Beginn an im Weltcup starten kann und somit auch die ganze Übersee- vorbereitung miterleben darf.

Die Stimmung in unserem Team ist super, und wir geniessen alle die

 

Ruhe vor dem Sturm. Es wird viel gelacht im Team, und da wir uns gegenseitig doch sehr gut kennen, sind wir auch ziemlich direkt im Kontakt. Wer also austeilt, muss auch gut einstecken können!

Gute Stimmung hin, viel Lachen her, jetzt werde ich langsam ungeduldig. Ich möchte endlich einen Ernstkampf. Deshalb freue ich mich auf die beiden Abfahrten und den Super-G in Lake Louise. Wo ich mit meiner Form stehe, ist schwer zu sagen. Um die Höchstleistung zu bringen brauche ich einen echten Gradmesser – also ein Rennen! Lassen wir uns überraschen und hoffen, dass ich bei meinen ersten Einsätzen für meinen neuen Sponsor Emmentaler gleich eine gute Figur abgeben kann.

 

 

10. November 2009

"Anreisen, fliegen - und siegen...?"

Die letzten Sprünge auf der Mattenschanze in Einsiedeln haben wir Ende Oktober absolviert. Den ganzen Sommer über kamen rund 450 Sprünge zusammen. Danach hatte ich die Chance, am Super-10-Kampf teilzunehmen, ein super Erlebnis! Den ganzen Tag hatten wir bereits geübt und so lernte man sich unter Sportlern natürlich richtig gut kennen. Am Abend war die Atmosphäre gewaltig, das Stadion brodelte und wir haben mit unserem Team Blau sogar gewonnen. Letzte Woche hatten wir reduziertes Training, wir befinden uns in der spezifischen Konditionsphase, in der es gilt, die Beine maximal in Form zu bringen und wirklich schnell zu werden, um explosiv vom Schanzentisch weg springen zu können. Jetzt beginnt unsere Wintervorbereitung. Trotzdem hoffen wir, dass es noch nicht zu stark schneit, denn sonst können wir hier in Einsiedeln nicht mehr auf der Mattenschanze springen. Irgendwie paradox.

Unsere Strategie ist so wie die letzten beiden Jahre: möglichst lange zu Haue vorbereiten, dann zum Wettkampf fliegen uns loslegen. Wir werden also erst einen Tag vor der Qualifikation nach Kuusamo fliegen, wo am 28. November der Weltcup beginnt.

Bis dahin gibt es noch einiges zu tun im Materialbereich, den letzte Schliff im Kondibereich holen und dann natürlich die Abstimmung auf der Schanze. Es wird bis zum Start bestimmt nicht langweilig, und so langsam nimmt auch das Kribbeln zu…..“

 

 

28. Oktober 2009

Die neue Saison hat begonnen, und ich habe die grosse Ehre, als Erste einen Emmentaler-Blog schreiben zu dürfen. Skisprung-Weltmeister Andreas Küttel, Teamkollegin Nadja Kamer und ich wechseln uns in diesem Winter als Mitglieder des Emmentaler-Teams mit hoffentlich interessanten Beiträgen ab.

Etwas wehmütig habe ich von zu Hause aus das erste Rennen dieses Weltcupwinters mitverfolgt. Nur allzu gerne wäre ich in Sölden natürlich auch mit dabei gewesen. Herzliche Gratulation an dieser Stelle an meine Teamkollegin „Suti“ sowie natürlich an Didier und Carlo für ihre super Leistungen auf dem Söldener Gletscher. Ich bin richtig stolz auf euch! Dass die Trainings auf den Gletschern nun abgeschlossen sind, stimmt mich zufrieden. Ich geniesse jetzt die Tage zu Hause. Ich konzentriere mich in dieser Phase auf Krafttraining, tanke Energiereserven und freue mich auf die Hausmannskost. Der Winter mit den Buffets in den Hotels wird noch lange sein…

Nächste Woche  geht’s  dann wieder auf die Ski. Wir können auf der Diavolezza im Engadin trainieren, wo eine Kunstschneepiste präpariert wurde. Anschliessend fliegen wir nach Levi  in  Finnland,  wo ich dann am 14. November auch endlich in den Wettkampfwinter starten darf!


Ich freue mich jetzt schon, mit meinem neuen Emmentaler-Helm durch die Welt zu reisen und hoffe, ihn oft im Zielraum zeigen zu können; so kann ich den Beweis erbringen, dass die Schweiz nicht nur ausgezeichneten Käse, sondern auch ausgezeichnete Slalomfahrerinnen hat!