{"id":65708,"date":"2022-05-13T13:13:23","date_gmt":"2022-05-13T11:13:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.emmentaler.ch\/wie-aus-milch-kaese-wird-kaeseherstellung-einfach-erklaert"},"modified":"2022-07-05T17:43:39","modified_gmt":"2022-07-05T15:43:39","slug":"wie-aus-milch-kaese-wird-kaeseherstellung-einfach-erklaert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.emmentaler.ch\/de\/wie-aus-milch-kaese-wird-kaeseherstellung-einfach-erklaert","title":{"rendered":"Wie aus Milch K\u00e4se wird"},"content":{"rendered":"<p>Die Herstellung von original Emmentaler AOP kann man viele Jahrhunderte zur\u00fcckverfolgen. Fr\u00fcher wurde der Emmentaler nur im Sommer auf der Alp und lediglich in kleinen Mengen produziert. Mit der Entstehung der ersten Talk\u00e4sereien um 1815 dehnte sich das Herkunftsgebiet des Emmentalers \u00fcber das ganze Schweizer Mittelland aus.<\/p>\n<p>Auch heute noch wird Emmentaler AOP traditionell-handwerklich in rund 110 K\u00e4sereien von unseren passionierten K\u00e4serinnen und K\u00e4sern hergestellt \u2013 ganz nat\u00fcrlich nach der urspr\u00fcnglichen Emmentaler AOP-Originalrezeptur von anno dazumal. Abgesehen von gewissen Einfl\u00fcssen der Mechanisierung (wie zum Beispiel dem Einsatz von modernen Maschinen, die den K\u00e4serinnen und K\u00e4sern die Arbeit etwas erleichtern) und einer verbesserten Prozesstechnik hat sich die Herstellung in den letzten 100\u00a0Jahren kaum ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1091\" src=\"https:\/\/www.emmentaler.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/ehrliches_Handwerk_2.jpg\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"1080\"><\/p>\n<p><strong>Dass K\u00e4se aus Milch hergestellt wird, ist kein Geheimnis. Doch wie genau l\u00e4uft die Produktion von Emmentaler AOP ab, und was braucht es ausser Milch noch? <\/strong><\/p>\n<p>Emmentaler AOP wird auch heute noch traditionell-handwerklich nach der urspr\u00fcnglichen Emmentaler AOP-Originalrezeptur in rund 110 K\u00e4sereien hergestellt. In den letzten 100\u00a0Jahren gab es bis auf eine verbesserte Prozesstechnik kaum Anpassungen. Dies sind die 13 Schritte, wie aus Milch Emmentaler AOP wird.<\/p>\n<h3>Welche Inhaltsstoffe sind im Emmentaler AOP enthalten?<\/h3>\n<p>Ein Emmentaler AOP besteht einzig und allein aus:<\/p>\n<ul>\n<li>Silofreier Rohmilch<\/li>\n<li>Wasser<\/li>\n<li>Lab<\/li>\n<li>Bakterienkulturen<\/li>\n<li>Salz<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Wie l\u00e4uft die nachhaltige K\u00e4seherstellung genau ab?<\/h3>\n<h3>Schritt 1: Alles beginnt mit der Rohmilch<\/h3>\n<p>F\u00fcr die Produktion von Emmentaler AOP werden j\u00e4hrlich 200\u2019000 bis 220\u2019000 t silofreie Rohmilch gemolken. Die Rohmilch kommt von K\u00fchen, die mit Gras und Heu gef\u00fcttert werden und gen\u00fcgend Auslauf haben. Zusatzstoffe? Fehlanzeige. Unser Qualit\u00e4tsprodukt wird im <a href=\"https:\/\/www.emmentaler.ch\/de\/was-bedeutet-aop\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ursprungsgebiet erzeugt, verarbeitet und veredelt.<\/a> Die Qualit\u00e4t von Schweizer Milch ist von h\u00f6chster G\u00fcte, und wir sind \u00fcberzeugt: Nur aus qualitativ einwandfreier Milch kann ein perfekter Laib Emmentaler AOP entstehen.<\/p>\n<h3>Schritt 2: Transport der Milch<\/h3>\n<p>Die frische, unbehandelte Rohmilch wird ein- bis zweimal t\u00e4glich vom Landwirt in die K\u00e4serei gebracht oder auf dem Bauernhof abgeholt. Die kurzen Transportwege von maximal 20\u00a0km garantieren Frische und schonen Natur, Klima und Umwelt.<\/p>\n<h3>Schritt 3: Qualit\u00e4tskontrolle<\/h3>\n<p>Weil die silofreie Rohmilch die Grundlage f\u00fcr den K\u00e4se ist, ist ihre Qualit\u00e4t ausschlaggebend f\u00fcr die Qualit\u00e4t des Emmentaler AOP. Deshalb wird diese laufend kontrolliert und die frische Rohmilch muss innerhalb von maximal 24 Stunden von erfahrenen K\u00e4serinnen und K\u00e4sern verarbeitet werden.<br \/>\nWir k\u00f6nnen also sagen: Im Emmentaler AOP steckt die am strengsten kontrollierte Milch der Welt: 99,93% der Proben sind einwandfrei. Das ist internationale Spitzenklasse!<\/p>\n<h3>Schritt 4: Erw\u00e4rmen der Milch, Bakterien und Nachweiskulturen<\/h3>\n<p>Der Herstellungsprozess beginnt, indem die Milch im Kupferkessel unter st\u00e4ndigem R\u00fchren auf ca. 32 \u00b0C erw\u00e4rmt wird. W\u00e4hrend des Erw\u00e4rmens werden ausgew\u00e4hlte Bakterienkulturen sowie die Herkunftsnachweiskultur in die Milch beigegeben. Die Bakterien l\u00f6sen die G\u00e4rung und Reifung des K\u00e4ses aus. Mit der Herkunftsnachweiskultur ist garantiert, dass es sich um originalen Emmentaler AOP handelt. Sie darf von der K\u00e4serin oder dem K\u00e4ser nur in originalem Emmentaler AOP eingesetzt werden, sodass dieser vor F\u00e4lschungen gesch\u00fctzt ist. Die Bakterienkulturen f\u00fcr die Herstellung von Emmentaler AOP stammen von der <a href=\"https:\/\/www.liebefeld-kulturen.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Liebefeld Kulturen AG<\/a>.<\/p>\n<h3>Schritt 5: Zugabe von Lab und Gerinnung der Milch<\/h3>\n<p>Anschliessend wird das <a href=\"https:\/\/www.emmentaler.ch\/de\/was-ist-lab-und-was-macht-es-mit-dem-kaese\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lab<\/a> beigegeben, die R\u00fchrwerkzeuge abgestellt und durch Schneidewerkzeuge (Harfen) ersetzt. Lab ist ein Enzym, das die Milch zum Gerinnen bringt und sie zur halbfesten Gallerte werden l\u00e4sst. Dies ist die Voraussetzung zum Trennen der festen K\u00e4semasse von der fl\u00fcssigen Molke. Nach der Beigabe des Labs braucht die Milch Ruhe. Nach rund 40 Minuten ist die Milch geronnen und sieht aus wie stichfester Joghurt.<\/p>\n<h3>Schritt 6: Schneiden der Gallerte<\/h3>\n<p>Die sogenannte Gallerte wird nun mit der K\u00e4seharfe in kleine W\u00fcrfel geschnitten. Dabei entsteht der sogenannte Bruch, ein Gemisch aus K\u00e4sek\u00f6rnern und w\u00e4ssriger Molke. Innerhalb von sechs bis zehn Minuten wird eine Bruchkorngr\u00f6sse von vier bis sechs Millimetern erreicht. Der Schneidevorgang beginnt mit einer sehr langsamen Geschwindigkeit. Mit abnehmender Korngr\u00f6sse wird sie erh\u00f6ht, damit eine ausreichende Schneidewirkung erzielt wird.<\/p>\n<h3>Schritt 7: Erw\u00e4rmung des K\u00e4sebruchs<\/h3>\n<p>Um den K\u00f6rnern noch mehr Fl\u00fcssigkeit zu entziehen, wird der K\u00e4sebruch innerhalb von 30 bis 60 Minuten von 31\u00a0\u00b0C auf 52 bis 54\u00a0\u00b0C erw\u00e4rmt. Nach Erreichen der Brenntemperatur erfolgt das Ausr\u00fchren mit einer Dauer von 20 bis 60 Minuten. Durch diese Heisshaltezeit wird dem Bruchkorn nochmals Wasser entzogen und die Reduktion von unerw\u00fcnschten Keimen verst\u00e4rkt. Zudem k\u00f6nnen sich w\u00e4hrend dieser Zeit die erw\u00fcnschten, zugesetzten Milchs\u00e4urebakterien entwickeln.<\/p>\n<h3>Schritt 8: Abf\u00fcllen in die Pressform<\/h3>\n<p>Nach dem W\u00e4rmen und Ausr\u00fchren wird der K\u00e4sebruch \u00fcber eine Pumpe in die Pressformen gef\u00f6rdert. Die Molke fliesst ab, und zur\u00fcck bleiben nur die K\u00e4sek\u00f6rner in der Pressform.<\/p>\n<p>Die Pressform gibt dem Emmentaler AOP seine typische Form und Gr\u00f6sse. Ein Laib wiegt durchschnittlich 90 kg, hat einen Durchmesser von 80 bis 100 cm und eine H\u00f6he von 16 bis 27 cm.<\/p>\n<h3>Schritt 9: Anbringen der K\u00e4sereimarke<\/h3>\n<p>Noch vor dem Pressen legt die K\u00e4serin oder der K\u00e4ser die K\u00e4sereimarke mit der vier- bis achtstelligen K\u00e4sereinummer auf den frischen K\u00e4se.<\/p>\n<p>Nur wenn der Emmentaler AOP die K\u00e4sereimarke mit den roten Strahlen und der K\u00e4sereinummer tr\u00e4gt, ist die Echtheit des Emmentaler AOP-Laibs garantiert. Die K\u00e4sereinummer auf der K\u00e4sereimarke erm\u00f6glicht es, jeden\u00a0Emmentaler AOP-Laib zu seinem <a href=\"https:\/\/www.emmentaler.ch\/de\/handwerk\/kaesereien\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ursprung und Produktionsort zur\u00fcckzuverfolgen.<\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-632\" src=\"https:\/\/www.emmentaler.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/IMG_5017-61-scaled-1.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1707\"><\/p>\n<h3>Schritt 10: Pressen der K\u00e4sek\u00f6rner<\/h3>\n<p>Nach dem Aufbringen der K\u00e4sereimarke wird die K\u00e4seform zugedeckt. Der frische K\u00e4se wird w\u00e4hrend 20 Stunden mit bis zu 2\u2019000 kg gepresst und anschliessend bis zu f\u00fcnfmal pro Tag gewendet, um eine ideale Wasserverteilung im K\u00e4se zu erreichen. Die Milchs\u00e4urebakterien verg\u00e4ren w\u00e4hrend dieser Zeit den Milchzucker (Laktose) zu Milchs\u00e4ure. Deshalb ist Emmentaler AOP auf nat\u00fcrliche Weise laktosefrei.<\/p>\n<h3>Schritt 11: K\u00e4selaib kommt ins Salzbad<\/h3>\n<p>Der noch junge K\u00e4selaib kommt nun f\u00fcr 24 bis 72 Stunden in ein Salzbad. Dies entzieht ihm weiteres Wasser und festigt den Teig. So bildet sich an der K\u00e4seoberfl\u00e4che die Rinde, und bei der Reifung wird der Geschmack im K\u00e4se durch die Salzaufnahme verst\u00e4rkt.<br \/>\nDer Salzgehalt von Emmentaler AOP liegt zwischen 0,3 und 0,5%. Im Vergleich zu anderen Hartk\u00e4sesorten ist dies ein sehr geringer Salzgehalt.<\/p>\n<h3>Schritt 12: Reifung und Lagerung<\/h3>\n<p>Nach dem Salzbad reifen die K\u00e4selaibe auf nat\u00fcrliche Weise mindestens 120 Tage \u2013 zuerst im G\u00e4rkeller und anschliessend im Lagerkeller. Die Temperatur von 19-24 \u00b0C im G\u00e4rkeller l\u00f6st die Propions\u00e4ureg\u00e4rung im K\u00e4se aus. Es entsteht Kohlens\u00e4uregas welches nicht entweichen kann. Dadurch entstehen die f\u00fcr Emmentaler AOP typischen, weltber\u00fchmten L\u00f6cher.<\/p>\n<p>Sobald die L\u00f6cher nach sechs bis acht Wochen die richtige Gr\u00f6sse haben, kommen die K\u00e4selaibe bei ca. 12\u00a0\u00b0C in den Lagerkeller. Die Lochbildung wird gestoppt und der K\u00e4se kann weiterreifen.<\/p>\n<p>Durch die unterschiedlichen Reifedauern und -arten ist das Original in acht unterschiedlichen Reifegraden verf\u00fcgbar. Jeder Emmentaler AOP entwickelt sein eigenes, aussergew\u00f6hnliches Aroma \u2013 von nussig-mild bis kr\u00e4ftig-w\u00fcrzig. Als mild wird der Emmentaler AOP im Alter von mindestens vier Monaten angeboten, als angereift gilt er ab acht Monaten und als vollausgereift nach einer Reifezeit von 12 Monaten.<\/p>\n<h3>Schritt 13: Intensive Pflege und Qualit\u00e4tskontrolle<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend der gesamten Reife- und Lagerzeit wird die Qualit\u00e4t der K\u00e4selaibe regelm\u00e4ssig kontrolliert. Ein Laib Emmentaler AOP besitzt eine Ausreifbarkeit von bis zu 24 oder gar 30\u00a0Monaten und zeugt so von seiner hohen Milch- und Verarbeitungsqualit\u00e4t. Mit zunehmendem Alter wird die Rinde dunkler und mit einer Patina \u00fcberzogen. Durch die spezielle Mikroflora in einer H\u00f6hle oder einem Felsenkeller wird die Rinde bei der Reifung sogar fast schwarz.<\/p>\n<p>Nach viermonatiger Reifung und kontinuierlicher Qualit\u00e4tspr\u00fcfung wird der Laib Emmentaler AOP von unseren Taxationsexperten beurteilt. Damit er f\u00fcr den Verkauf freigegeben wird, muss ein Laib mindestens 18 von 20 Punkten erreichen. Nur Emmentaler AOP der Klasse 1 (mindestens 18 Punkte) ist f\u00fcr den Verkauf zugelassen. Dazu m\u00fcssen K\u00e4seteig, Geschmack, L\u00f6cher, \u00e4ussere Erscheinung und Lagerf\u00e4higkeit einwandfrei sein. Diese strengen Qualit\u00e4tsrichtlinien sind im Pflichtenheft von Emmentaler Switzerland festgehalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Herstellung von original Emmentaler AOP kann man viele Jahrhunderte zur\u00fcckverfolgen. Fr\u00fcher wurde der Emmentaler nur im Sommer auf der Alp und lediglich in kleinen Mengen produziert. Mit der Entstehung der ersten Talk\u00e4sereien um 1815 dehnte sich das Herkunftsgebiet des Emmentalers \u00fcber das ganze Schweizer Mittelland aus. 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